Montag, 11. März 2013
Besprechung in der neuen Klinik
Wie ich ja schon gesagt hatte, war ich heute in der neuen Klinik zu einer Vorbesprechung. Ich war unglaublich nervös. Wenn ich neue Leute treffe, habe ich immer etwas Angst. Was denken sie über mich? Verurteilen sie mich? Finden sie, dass ich zu dick bin, um hier zu sein? Denken sie, dass ich bescheuert bin? Bin ich zu dick oder zu krank? Warum sollten sie mir helfen?
Solche Gedanken kommen in meinen Kopf, aber ich war heute stark. Ich habe ganz klar gesagt, warum ich da bin und Hilfe möchte. Ich habe das Gefühl, dass ich ihnen alles gesagt habe, was sie wissen mussten.
Immerhin ist es meine Zukunft, über die wir hier reden. Das war das erste Mal, dass ich mich völlig einer Sache hingegeben habe. Der Arzt hat mich heute gefragt "Ist das das, was du möchtest, um gesund zu werden?" Und ich musste darüber nachdenken, weil ich wusste, dass eine große und wichtige Frage war. Ja, habe ich geantwortet. Ich bin hier, um gesund zu werden. Ich bin bereit, um gesund zu werden, um los zu lassen. Das ist neu und aufregend zugleich. Ich bin dabei, mich kennen zu lernen, mein wahres und neues Ich. Ich kenne mich nicht vollständig. Es ist aufregend, mich kennen zu lernen, neue Seiten an mir zu entdecken, die von der Essstörung verdeckt wurden.
Das ist der richtige Weg. Und er wird es wert sein. Der Kampf zum Ziel ist schwierig und anstrengend, aber ich muss positiv denken und mich darüber freuen, dass ich Hilfe bekomme.
Sonntag, 10. März 2013
Sonntagsstimmung
Yuck. Ich hasse Sonntage. Das ist der Tag vor Montag und einer neuen Woche, wo ich denke, dass ich alles besser machen werde, deshalb verschwende ich den Tag mit der Essstörung und lasse sie machen. Ich denke, dass "morgen" besser wird, also ist es egal, was ich heute mache. Und das ist mein Fehler. Es wird nicht einfacher, nur weil morgen ein neuer Tag ist. Der Job muss jetzt erledigt werden. Ich denke viel nach in diesen Tagen. Morgen treffe ich mich mit dem Team der neuen Klinik und das wird sicherlich spannend. Wir besprechen den Behandlungsplan.
Ich halte mich größtenteils an meinen Ernährungsplan und das ist ganz gut, denke ich. Hier und da rutsche ich aus, vor allem beim Mittagessen. Ich habe Probleme damit, den Teller leer zu essen, weil ich dann sofort an die Kalorien denke. Wenn ich in der neuen Klinik bin, muss ich jedoch alles essen, was auf dem Ernährungsplan steht.
Aber dann gibt es auch noch meine Fressattacken. Mit denen habe ich sehr zu kämpfen. Es ist wie eine Sache, die ich tun muss. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, es nicht tun zu müssen. Ich muss weitermachen, auch wenn ich es nicht will. Es ist so schwierig. Aber ich glaube, es wird einfacher, wenn mein Ernährungsplan besser ist. Ich weiß, dass er in der neuen Klinik anders sein wird. Voller und ausgewogener.
Ich bin sehr auf das Gespräch morgen gespannt, weil ich so viele Fragen habe. Es wird schon okay werden, denke ich. Ich wünsche euch eine schöne Woche!
Der Weg nach vorne
Heute ist das Wetter mist, aber gestern war es sehr sonnig. Ich mag es, wenn die Sonne scheint. Ein gutes Gefühl, wenn der Frühling kommt. Da fühlt man sich auch gleich besser.
Nun, wie geht es mir zurzeit? Ich habe Probleme, los zu lassen. Ich habe Probleme damit, den Kinderkörper los zu lassen, der mir so bekannt ist. Die Kilos, die ich zunehme, repräsentieren für mich Schmutz. Schmutz und Schuld, was ich als kleines Kind loswerden wollte. Es ist schwierig, jetzt die Kilos wieder zuzunehmen, aber ich versuche es wirklich. Ich versuche, an Muskelmasse zuzunehmen, damit es einfacher wird. Ich versuche mir zu sagen, dass das Gewicht ein Teil meines neuen Ichs sein wird. Kilos gehören zu einem gesunden Körper und es ist wichtig, einen gesunden Körper zu haben, damit ich meine Ziele erreichen kann. Ich möchte Mutter werden und in einem Krankenhaus arbeiten. Ich soll gesund sein und dafür brauche ich die Kilos. Aber das ist unglaublich schwierig. Die Krankheit in mir hasst es und lässt mich unglaublich schlecht fühlen. Horror, blanker Horror. Ich hoffe, dass es etwas einfacher wird, wenn ich in die andere Klinik gehe. Die sind mehr auf Essstörungen spezialisiert und wissen, was gemacht werden muss. Ich war in dieser Klinik schon mal, aber diesmal gehe ich dort hin, um freiwillig behandelt zu werden. Beim letzten Mal war ich todkrank und es ging mir richtig schlecht. Jetzt bin ich gesünder, ich esse besser und bin motiviert.
Ich bin gespannt auf die neue Klinik. Die ersten Tage werden wahrscheinlich grausam, aber ich weiß, dass ich dem Programm folgen muss. Ich muss auf dem richtigen Weg gehen und mich an die Regeln halten. Ich muss Hilfe annehmen und mich an meinen Ernährungsplan halten. Ich muss neue Strategien ausprobieren.
Freitag, 8. März 2013
Der Weg
Der Weg in die Freiheit
in ein besseres Leben
in ein Leben
das ich so sehr möchte.
Der Weg ist das Ziel.
treffe auf Widerstand, Kämpfe, Entmutigung.
treffe auf Schmerz und starke Emotionen.
werde mir wünschen, nicht zu existieren.
Der Weg ist grün.
die Farbe der Hoffnung.
Unterstützung von anderen
die mit mir kämpfen
die mich anfeuern
die mich lieben
Liebe
bedeutet Stärke, Hoffnung, Glauben.
füllt mich mit Kraft.
Ich treffe auf Elend, Schmerz, Rückschläge.
doch bin ich umgeben von Hoffnung, Liebe, Stärke.
Am Ende wartet Freiheit
ein Leben
das wahre Ich
Am Ende des Weges bin ich frei
Donnerstag, 7. März 2013
Schlüsselworte
Ich sitze gerade im Gemeinschaftsraum der Klinik. Kurz zuvor hatte ich ein Gespräch mit einer Ärztin. Wir haben über viele Dinge gesprochen, aber es gibt eine Sache, die ich teilen möchte. Ich dachte an ein Bild, das ich vor ein paar Monate gemalt habe. Ein rotes Seil, das fest um meinen Körper gewickelt war. Ich war komplett gefangen. In einer Welt gefangen, die mit dem Tod endete. Alles war schwarz und ein hoffnungsloser Fall. Nur die Kontrolle war in mir, der Ersatz des Schmerzes, des Chaos, Selbstverletzung und Angst. Ich wollte einfach nur ständig abhauen. Das Chaos und der Schmerz waren konstant da und der erste Impuls war immer die Flucht. Ich bin geflohen, indem ich gehungert und abgenommen habe. Dann hatte ich "Kontrolle". Ich war nur gut genug, wenn ich dünn genug war. Das war mein Rauschzustand. Aber mein Körper hat diesen Zustand nicht zugelassen. Ich tanzte auf Messers Schneide, dem Tode beängstigend nahe, aber an einem Tag habe ich Fuß gefasst und mein Leben gerettet. Jemand hat das rote Band gelockert und meinem Körper Nahrung gegeben. Für mich war das, gefangen von der Krankheit, eine schreckliche Zeit. Ich hatte keine Kontrolle, mir wurde sie genommen. Ich konnte den Schmerz nicht unterdrücken. Ich habe die Kilos wieder zugenommen. Es war schrecklich, ich war wie in einer anderen Welt. Eine Welt, in der die Kilos meinen Körper beschmutzt haben, meine Sucht kontrolliert haben. Es war ein anstrengendes Spiel und ich habe versucht, vor meinen Gefühlen wegzulaufen. Ich habe mein Leben nicht durch die Magersucht kontrolliert, deshalb musste ich einen anderen Weg finden, um meine Gefühle und die Schmerzen zu unterdrücken. Selbstverletzung war die einzige Antwort, die ich fand. Starke Selbstverletzung. Etwas, was meinem Körper viel abverlangt hat. Schmerzen, nur Schmerzen. Ich habe mich physisch selbst verletzt, wie andere ihren Schmerz mit Schmerztabletten betäubt haben. Ich wurde immer süchtiger danach und habe mich immer stärker verletzt, um die Schmerzen zu betäuben. In einem Jahr musste ich deswegen über zwanzigmal ins Krankenhaus. Operationen. Ich habe mich so stark verletzt, dass ich jetzt am Bauch eine große Narbe habe, weil sie ihn oft öffnen mussten. Ich war verzweifelt. Ich habe schlimme Sachen gemacht, damit ich gerettet werde.
Und es gab die Bulimie. Wie soll man das beschreiben? Nun, der Drang, sich vollzufressen und jegliche Gefühle zu unterdrücken. Und weil dann der Selbsthass zu groß war, musste ich mich übergeben. Das wurde zur Sucht. Ich könnte es die ganze Nacht, den ganzen Tag lang machen. Das Chaos wurde immer größer und ich musste die Gefühle loswerden. Diese Kämpfe waren und sind sehr stark. Aber ich habe diesen Post mit dem Bild begonnen, das ich vor ein paar Monaten gemalt habe. Ich dachte daran, wie gefangen ich mich gefühlt habe. Ich glaube, das rote Band war siebenmal um mich gespannt. Gestern hatten wir hier in der Klinik Maltherapie. Ich sollte malen, was ich fühle. Ich habe mich gemalt, in der Hälfte geteilt. Die eine Hälfte grün, die andere rot. Rot und grün repräsentieren die verschiedenen Gefühle. Ein weiteres rotes Band war um meine Füße gespannt und hielt mich am Boden - gefüllt von der ewigen Krankheit und all dem kranken. Aber es war nur dreimal gespannt. Bin ich freier? Bin ich weiter gekommen? Es ist so viel Traurigkeit in der Person, die ich gemalt habe. Trauer über das Leben, das ich bisher verloren habe. Trauer über den Schmerz, den ich mir und meiner Familie zugefügt habe. Trauer über Hoffnungslosigkeit. Aber ich muss auch den Rest des Bildes erzählen. Ich ging auf einem frischen Weg. Er war ziemlich hügelig und steinig, aber ich hatte unglaublich viele Leute an meiner Seite, die mir Hoffnung geben, Motivation, Stärker, Liebe und Träume. Ich konnte auch das Ende des Weges sehen, wo es keine Hügel mehr gab und es sonnig und hell war. Meine Füße waren gefesselt, aber ich habe mein Ziel angesehen. Das Bild zeigt meinen Kampf. All die Entscheidungen, die ich jeden Tag treffen muss. Ich muss die richtigen Entscheidungen treffen, um nach vorne zu gehen, und ich habe viel Gutes um mich herum. Ich habe daran gedacht, wie ich ruhig im Bett lag, nachdem ich zu Mittag gegessen hatte. Vor einem halben Jahr hätte ich das nicht gekonnt. Da hätte ich auch kein Mittagessen geschafft. Es hätte einen Krieg in mir gegeben und ich wäre geflohen - entweder durch übergeben oder Selbstverletzung. Heute habe ich meine Mahlzeiten geschafft, ich habe ein wenig Sport getrieben um mich besser zu fühlen, ich habe über den Schmerz in mir geredet, und ich arbeite daran, um bald in eine andere Klinik zu gehen.
Ich habe schon viele Schritte gemacht, aber ich habe noch viele übrig, um mein Ziel zu erreichen. Aber jetzt arbeite ich erstmal daran, gesunde Entscheidungen zu treffen. Ja, ich bin noch immer gefangen. Ich bin abhängig von der Kontrolle über meine Gefühle. Aber ich weiß, dass ich die Essstörung loslassen muss und lernen muss, wieder zu leben. Es gibt so viele Dinge, die ich neu lernen muss. Ich war nur elf Jahr alt, als ich krank wurde. Ich habe so viel verloren, aber so viel erlebt, was mich geprägt hat. Viele sagen, ich sei besonders. Was in mir ist, weiß ich nicht, aber ich möchte es herausfinden. Ich werde eine neue Beziehung zum Essen entwickeln und es soll nicht meine Gefühle repräsentieren.
Die Krankheit versucht ständig, mich in einem ewigen Kampf zu halten, in dem ich seit fast neun Jahren bin. Mein halbes Leben. Es geht jetzt darum, den schwierigen Schritt wegzumachen, loszulassen und weiter zu gehen. Ich bin motiviert, auch wenn es sehr schwierig ist.
Ich denke daran zurück, als ich krank geworden bin oder als die Dinge so schlimm waren letztes Jahr. Ugh. Und ich denke an all die armen Mädchen und Jungen, die jetzt in derselben Situation sind. Ich möchte ihnen einfach sagen, dass das Leben so viel besser ist als eine spätere Krankheit. Ich weiß, dass es sich jetzt vielleicht wie ein Freund anfühlen mag, aber in ein paar Jahren wirst du zurückblicken und den Entscheidungen nachtrauern. Ich glaube, dass jeder heute eine Wahl hat. Wir wählen alle das Leben. Wir können wählen, was wir wollen und können an unseren Zielen arbeiten. Wir können entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen. Wir können das Leben haben, das wir haben wollen.
Mittwoch, 6. März 2013
Still fighting
Erstmal danke für den Kommentar :) Es tut gut zu wissen, dass Leute meinen Blog lesen und mir Mut machen und mich unterstützen.
Ich wurde letztens gefragt, ob ich etwas über das Gewicht und den Spiegel schreiben könnte. Ich kann das nicht für alle pauschalisieren, sondern nur schreiben, was ich darüber denke. Also denkt bitte nicht, dass alle Essgestörten das so sehen - jede Essstörung ist unterschiedlich.
Das Gewicht und der Spiegel sind für mich zwei der Dinge die mich kontrollieren. Die Kilogramm-Angabe war schon immer sehr aussagekräftig für mich. Die Zahl auf der Waage hat mich und meine Gefühle sehr beeinflusst. Wenn es um den Spiegel geht, dann habe ich im Spiegelbild nicht das richtige Bild gesehen. Ich habe ein verzerrtes Bild von mir selber gesehen, deshalb musste ich lernen, den Leuten um mich herum zu vertrauen und das Gewicht als Wahrheit anzusehen. Untergewichtig heißt untergewichtig und die Krankheit verzerrt das Bild.
Ich erinnere mich an eine Zeit, da war ich ein richtiger Kontrollfreak und habe mich ständig gewogen. Das hat mich für den ganzen Tag beeinflusst. Wenn ich mehr wog, dann war ich unglaublich launisch und hatte große Angstgefühle. Wenn ich weniger gewogen habe, dann habe ich mich gut gefühlt und hatte die Kontrolle. Diese Zeit war schrecklich. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich irgendwie entleeren muss, bevor ich mich wog, damit es so wenig wie möglich war. Es war verrückt. Ich war komplett von meinem Körper und Gewicht besessen.
Aber jetzt bin ich weiter. Ich wiege mich einmal die Woche und versuche mir zu sagen, dass die Zahl nichts darüber aussagt, wie viel ich wert bin. Ich bin ich und mein Körper ist das, was ich ein Leben lang mit mir tragen werde. Ich muss auf ihn acht geben und ihn nähren. Ich muss ihm das beste geben und vorsichtig mit ihm umgehen. Essen ist Medizin und Essen ist notwendig.
Ich habe einen Ernährungsplan, mit dem ich jede Woche langsam zunehmen werde. Mein Körper wird dadurch stärker und ich werde es auch. Ich sitze am Steuer und gebe die Richtung vor. Ich bin stärker als die Krankheit. Ich denke oft daran, was ich für meinen Körper tun muss, damit er die beste Zukunft haben kann.
Wenn ich an die Klinik denke, dann freue ich mich darauf, anzufangen, aber ich habe auch Angst vor dem Gewicht und meinem Spiegelbild. Dieses Jahr muss ich auf der Waage stehen oder in den Spiegel schauen und es akzeptieren. Das ist logisch, weil es zur Genesung dazugehört. Ich muss den Teufel auf meiner Schulter loswerden, der nun seit fast neun Jahren dort sitzt. Ich lasse einen Krankheit mein Leben kontrollieren. Ich habe ein Leben! Soll ich es mit ständiger Kontrolle meines Körpers und Gewichtes verschwenden?
Es wird ein gutes Leben sein, ein Leben, das ich möchte. Ich möchte frei sein. Einen gesunden Körper haben, der mehr kann als schlafen oder essen und erbrechen. Was für ein Leben ist das? Ein Leben, das ich lebe, seit ich elf bin. Ich bin jetzt fast 20. Das Leben geht weiter und ich auch. Ich muss loslassen. Ich habe mich kaputt gefühlt, zerbrochen in tausend Teile. In den letzten Monaten haben wir ein paar Stücke zusammengelegt, aber so viele sind noch übrig. Aber ich kann die Umrisse meines zukünftigen Lebens sehen, solange ich die Teile weiter zusammensetze. Ich habe Hoffnung.
Sonntag, 3. März 2013
Ein gesunder Körper
Ich fühle mich schrecklich. Ich weiß ganz genau, dass der Körper an Gewicht zunehmen wird. Es ist ein gemischtes Gefühl, aber das kranke Gefühl kommt zuerst, weil ich es kenne. Ich versuche mir zu sagen, dass es kranke Gefühle sind, aber das dreckige Gefühl geht dadurch nicht weg. Diese Gefühle kommen immer, wenn ich über 40kg wiege. Ich weiß, dass das bei meiner Größe (1,70) okay ist und es Muskeln sind, aber trotzdem fühle ich mich unglaublich schlecht.
Es fühlt sich unglaublich schlecht an, aber ich muss lernen, die Gefühle zuzulassen und auszuhalten. Schließlich kann ich die Gefühle und Gedanken irgendwann ändern. Ich muss das Gewicht akzeptieren. Es ist auch ein bisschen aufregend, das Gefühl kann aufregend sein. Das ist mein Projekt, mein Kampf gesund zu werden. Ein neuer Mensch. Ein neuer Mensch mit einem normalen, erwachsenem Körper. Wah. Das ist gruselig. Unglaublich beängstigend. Es ist jetzt so unglaublich wichtig, dass ich nicht das tue, was ich sonst immer tue - abhauen. Ich muss weitergehen, um den Klauen der Krankheit zu entweichen. Ich muss Strategien anwenden. Ich habe es in mir. Ja, es ist neu und gruselig, aber es ist GUT! Es ist gut für meine Zukunft und mein Leben, meine Gesundheit, meinen Träumen. Warum sollte ich in einem Kinderkörper leben? Das ist eine gute Frage und ich finde keine gute Antwort darauf. Es gab als Kind einen Drang, die dünnste und beste zu sein. Dann war ich gut genug. Aber das Leben verändert sich und ich muss das auch tun. Ich muss weitergehen. Der Weg liegt vor mir. Wenn ich den falschen Weg einschlage, dann gehe ich nirgendwo hin. Langsam aber sicher werde ich alles in meinem Leben verlieren. Meine Freunde, Familie, meinen Freund, mich selber, das leben. Ich sterbe. Die Krankheit will das erreichen. Diesen Weg darf ich nicht gehen. Ich muss den gesunden Weg gehen, auch wenn er unglaublich schwierig ist. Aber es wird besser. Mein Leben wird so viel besser, wenn ich den richtigen Weg gehe. Ich werde stärker und die Krankheit schwächer.
Also, die Kilos fühlen sich furchtbar und schrecklich an, aber ich werde mich besser fühlen. Ich muss nur das Kind in mir loslassen und weitermachen. Es ist neu, gruselig und schwer, aber das muss es sein, damit ich mich besser fühle.
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