Montag, 25. April 2016
High and Low
Es war ein langer und intensiver Tag. Ich habe viel über meine Gefühle gelernt und was mit dem Körper dann passiert. Ich lerne mehr über mich, wie ich mich zu verhalten habe, wie ich mit Dingen umgehen muss, ich lerne neue Seiten an mir kennen. Ich weiß, dass ich am richtigen Ort bin. Wir hatten heute ein Gespräch, ein intensives Gespräch darüber, dass ich mich den Dingen mehr aussetzen muss. Das macht mir Angst und ich weiß noch nicht, wie das funktionieren soll. Aber ich bin auch ein wenig gespannt, was passieren wird, wenn ich mich den Dingen aussetze. Am Ende wurde ich gefragt "Wenn ich dir sagen würde, dass ich dir etwas aussetze und du weißt nicht, worum es geht - würdest du ja sagen?" "Hmm... najaaaa... ääääh..... vielleicht". Naja. Heut war jedenfalls ein guter Tag und ich kann mich nur wiederholen: ich bin am richtigen Ort und möchte gesund werden. Gute Nacht.
Dienstag, 19. April 2016
Ich fange so langsam an zu verstehen, was hier vor sich geht. Das wird wahrscheinlich einer der schwierigsten Monate meines Lebens. Ich habe bis jetzt nur einen Vorgeschmack bekommen. Aber mit mehr Herausforderungen werde ich auch stärker und mutiger. Ich weiß, dass das meine Möglichkeit ist, gesünder zu werden, und dafür muss ich kämpfen. Ich werde mein Leben nicht mehr so "leben" wie bisher. Ich weiß, dass mein bisheriges Leben keine Option mehr ist und dass ich es satt habe, ständig von der Krankheit eingeschränkt zu werden. Die Krankheit hat mir so viele Dinge genommen, die ich nie wieder bekommen werde. Ich habe Freunde verloren, meinen Freund verloren, wertvolle Zeit und Erfahrungen, die für andere Leute ganz normal sind. Stattdessen war ich ein Gefangener in meinem eigenen Körper. Und jetzt arbeite ich jeden Tag hart daran, dass ich stärker werde, positiver, mehr an mich glaube. Die Therapie hier ist anders als bisherige, die ich kenne. Es war anfangs etwas komisch, dass ich so viele Freiheiten habe. Keiner schaut nach dir, sondern du musst selbst Verantwortung übernehmen. Du bist dafür verantwortlich, dass du genug isst, dass du dich ausruhst, schläfst, zur Therapie gehst, deine Medikamente nimmst etc. Es liegt in meiner Verantwortung, dem täglichen Plan zu folgen. Man muss hier arbeiten, jeden Tag. Es ist anstrengend, aber es funktioniert. Hier wird Leuten geholfen. Egal wie krank manche Leute waren, wenn sie dem Programm folgen, geht es ihnen besser. Es ist so einfach und so schwierig zugleich. Ich habe aber entschieden, dass ich da durch gehe und gesund werde.
Sonntag, 17. April 2016
Mein erstes Wochenende
Sonntag Abend. Das Wochenende war ziemlich schön, auch wenn es anstrengend war und ich nach der ersten Woche sehr müde bin. Es ist schon nicht ganz einfach, wenn man nichts macht und dann plötzlich den ganzen Tag von 8 bis 17 Uhr arbeitet. Ich merke aber, dass ich mich auf die neue Woche freue, auch wenn ich noch Angst habe und mich unsicher fühle. Ich lerne aber die Leute besser kennen und werde auch mit den Räumlichkeiten und den Routinen vertraut. Am Anfang war es wirklich nicht einfach, weil alles so neu und ungewohnt war und mir das große Angst gemacht hat. Aber es wird besser. Ich weiß noch nicht wer ich bin, aber das möchte ich herausfinden. Ich kann nicht mehr länger krank sein und meine Tage verschwenden, das geht einfach nicht mehr. Auch wenn ich mich klein fühle, ich weiß, dass ich kämpfen kann. Ich weiß zwar noch nicht, welche Mittel ich anwenden kann, um mich zu stärken und in ungewohnten Situationen gut handeln zu können, aber das werde ich lernen. Ich bin ein Sturkopf und ich bin perfektionistisch, weshalb ich ziemlich ungeduldig und gestresst bin, dass ich noch nicht da bin, wo ich hin will. Aber, ja, ich muss einfach geduldiger mit mir sein und akzeptieren, dass alles Zeit braucht. Morgen ist ein neuer Tag, keine neue Woche. Eine neue Woche ist zu überwältigend für mich. Ein Tag ist genug.
Das Wochenende habe ich in der Gegend verbracht. Ich bin so froh, dass meine Mutter und mein Stiefvater mich besucht haben.
Das Wochenende habe ich in der Gegend verbracht. Ich bin so froh, dass meine Mutter und mein Stiefvater mich besucht haben.
Donnerstag, 14. April 2016
Tag 1
Der erste Tag ist vorbei und ich liege gekrümmt im Bett und spüre ganz viele Emotionen. Ich bin erschöpft nach all der Arbeit, wie es hier genannt wird. Das Programm ist vollgestopft. Es ist schmerzhaft und schwierig, unsicher und gruselig. Eigentlich würde ich davonlaufen wollen, aber der Kämpfer in mir sagt, dass ich die Emotionen fühlen muss. Das ist meine Arbeit. Gefühle fühlen. Die ersten Tage sind besonders hart und der Drang, einfach abzuhauen, stark. Ich will eine Maske aufsetzen, mich unsichtbar machen oder in eine Höhle krabbeln. Aber das geht nicht. Ich bin so müde, mein Körper will schlafen, aber ich muss weitermachen. Die Ärzte hier sind sehr geduldig. Und gestern war recht schönes Wetter, ich habe ein paar Blumen gepflückt. Jetzt ruhe ich mich aber aus und gehe ins Bett, damit ich meine Reserven aufladen kann und morgen fit bin.
Mittwoch, 13. April 2016
Startschuss
Los gehts, die neue Therapie kann beginnen. Mein Geburtstagsgeschenk - ich hab die Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen. Ein Leben voller Gefühle. Ein Leben voller Scham und Schuldbewusstsein ist vorbei.
Ich weiß nicht groß, was ich sagen soll. Ich bin meiner Familie so unendlich dankbar, sie sind immer viel stärker als sie glauben. Und meinen Freunden, die ich noch immer Freunde nennen darf. Jetzt gehts los. Ich wünsch euch einen schönen Tag.
Ich weiß nicht groß, was ich sagen soll. Ich bin meiner Familie so unendlich dankbar, sie sind immer viel stärker als sie glauben. Und meinen Freunden, die ich noch immer Freunde nennen darf. Jetzt gehts los. Ich wünsch euch einen schönen Tag.
Dienstag, 12. April 2016
In den letzten Wochen habe ich Sturzbäche geweint und Emotionen gespürt, die ich noch nicht kannte. Es war, als hätte jemand den Stöpsel gelöst. Es war gut, mal weinen zu können, auch wenn es Jahre gedauert hat.
Ich trauere über all die Sachen, die ich wegen dieser verdammten Krankheit verloren habe, wegen all dem, was ich erlebt habe. Das Leben ist wahrlich kein Kinderspiel.
Die größte Herausforderung steht mir noch bevor. Ich habe Angst, bin aufgeregt und nervös, und würde mich am liebsten verstecken. Aber das ist keine Option. Ich werde dem ganzen mit Mut und Stärke gegenübertreten. Denn egal wie schwierig und schmerzhaft es ein wird, es wird sich auszahlen, wenn es vorbei ist. Sie glauben an mich und es ist jetzt an der Zeit, mich mit dem Glauben füllen zu lassen und gesund zu werden. Ich muss daran glauben. Es hat einen Grund, warum ich noch immer hier bin.
Die Krankheit wird man mir immer ansehen können, aber ich möchte, dass sie ein Teil meiner Vergangenheit ist und dass die Krankheit nicht definiert, wer ich bin.
Also, drückt mir die Daumen, ich komme stärker zurück. Danke für eure Unterstützung.
Ich trauere über all die Sachen, die ich wegen dieser verdammten Krankheit verloren habe, wegen all dem, was ich erlebt habe. Das Leben ist wahrlich kein Kinderspiel.
Die größte Herausforderung steht mir noch bevor. Ich habe Angst, bin aufgeregt und nervös, und würde mich am liebsten verstecken. Aber das ist keine Option. Ich werde dem ganzen mit Mut und Stärke gegenübertreten. Denn egal wie schwierig und schmerzhaft es ein wird, es wird sich auszahlen, wenn es vorbei ist. Sie glauben an mich und es ist jetzt an der Zeit, mich mit dem Glauben füllen zu lassen und gesund zu werden. Ich muss daran glauben. Es hat einen Grund, warum ich noch immer hier bin.
Die Krankheit wird man mir immer ansehen können, aber ich möchte, dass sie ein Teil meiner Vergangenheit ist und dass die Krankheit nicht definiert, wer ich bin.
Also, drückt mir die Daumen, ich komme stärker zurück. Danke für eure Unterstützung.
Donnerstag, 31. März 2016
Ich muss standhaft bleiben
12 Jahre: "Ich freue mich, dass all das vorbei ist. Ich werde gesund sein."
14 Jahre: "Mein Leben ist nichts als Krankheit. Ich bin die Krankheit."
15 Jahre: "Lieber Gott, hilf mir. Ich kann nicht mehr. Ich bin müde und traurig, lass mich gehen."
16 Jahre: "Ich möchte mein Ich zurück. Ich bin von der Dunkelheit eingenommen und alles ist hoffnungslos, weil ich mich nicht befreien kann."
17 Jahre: "Hat es einen Sinn, dass ich so leide? Ich hab das Gefühl, ich sterbe von Tag zu Tag mehr. Warum wache ich eigentlich noch auf."
18 Jahre: "Ich frage mich, ob ich jemals wieder Freude im Herzen spüren kann. Warum hab ich dieses Leben bekommen? Was hab ich getan, dass ich das verdient habe?"
20 Jahre: "Es gibt so viele Wunden in meiner Seele. Sie heilen nicht. Ich hab das Gefühl, meine Vergangenheit holt mich ein. Wie kann ich das loslassen, das den Schmerz von mir fern hält?"
21 Jahre: "Gib mir ein Zeichen, damit ich weiter kämpfen kann? Egal wie schmerzhaft, egal wie dunkel, egal wie einsam, egal wie hoffnungslos - irgendwas in mir sagt mir, dass ich nicht aufgeben darf. Auch wenn es noch keinen Sinn ergibt, ich muss darauf hören."
22 Jahre: "Heute habe ich Emotionen verspürt, die ich in zehn Jahren nie gehabt habe. Es beängstigt mich total. Aber irgendwie fühlen sie die Gefühle an, als sollten sie da sein. Es tut weh, aber ich muss da durch."
Heute: "Heute hab ich den ganzen Tag geweint. Ich glaube, ich habe die Tränen aus zehn Jahren geweint. Ich hatte das Gefühl zu ertrinken, aber mit jeder Träne habe ich mich auch erleichtert gefühlt. Ich habe gelernt, dass es gut ist zu weinen und es gut tun kann."
Ich habe den Tag damit verbracht, zurück zu blicken. Ich versuche einen Sinn zu finden. Aber wahrscheinlich habe ich diesen noch nicht gefunden und er wartet in der Zukunft auf mich. Ich muss daran glauben, dass es einen Sinn im ganzen Leid gibt.
14 Jahre: "Mein Leben ist nichts als Krankheit. Ich bin die Krankheit."
15 Jahre: "Lieber Gott, hilf mir. Ich kann nicht mehr. Ich bin müde und traurig, lass mich gehen."
16 Jahre: "Ich möchte mein Ich zurück. Ich bin von der Dunkelheit eingenommen und alles ist hoffnungslos, weil ich mich nicht befreien kann."
17 Jahre: "Hat es einen Sinn, dass ich so leide? Ich hab das Gefühl, ich sterbe von Tag zu Tag mehr. Warum wache ich eigentlich noch auf."
18 Jahre: "Ich frage mich, ob ich jemals wieder Freude im Herzen spüren kann. Warum hab ich dieses Leben bekommen? Was hab ich getan, dass ich das verdient habe?"
20 Jahre: "Es gibt so viele Wunden in meiner Seele. Sie heilen nicht. Ich hab das Gefühl, meine Vergangenheit holt mich ein. Wie kann ich das loslassen, das den Schmerz von mir fern hält?"
21 Jahre: "Gib mir ein Zeichen, damit ich weiter kämpfen kann? Egal wie schmerzhaft, egal wie dunkel, egal wie einsam, egal wie hoffnungslos - irgendwas in mir sagt mir, dass ich nicht aufgeben darf. Auch wenn es noch keinen Sinn ergibt, ich muss darauf hören."
22 Jahre: "Heute habe ich Emotionen verspürt, die ich in zehn Jahren nie gehabt habe. Es beängstigt mich total. Aber irgendwie fühlen sie die Gefühle an, als sollten sie da sein. Es tut weh, aber ich muss da durch."
Heute: "Heute hab ich den ganzen Tag geweint. Ich glaube, ich habe die Tränen aus zehn Jahren geweint. Ich hatte das Gefühl zu ertrinken, aber mit jeder Träne habe ich mich auch erleichtert gefühlt. Ich habe gelernt, dass es gut ist zu weinen und es gut tun kann."
Ich habe den Tag damit verbracht, zurück zu blicken. Ich versuche einen Sinn zu finden. Aber wahrscheinlich habe ich diesen noch nicht gefunden und er wartet in der Zukunft auf mich. Ich muss daran glauben, dass es einen Sinn im ganzen Leid gibt.
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