Aber wenn ich den Regenbogen sehen möchte, muss ich den Regen akzeptieren. Andererseits möchte ich laut schreien "ABER DER REGEN IST SCHON SO VERDAMMT LANGE DA, DAS IST SCHON EINE SINTFLUT, wenn man mich fragt." Ich hab den Regen so satt und ich kann ihn nicht mehr akzeptieren. Ich weiß, dass der Regen ein bisschen weiter auf dieser Strecke auf mich wartet. Ja, vielleicht sogar die Sonne.
Ich muss nach vorne blicken. Ich habe ein paar Schritte nach vorne gemacht und dann wieder welche zurück, aber ich muss wieder auf den richtigen Weg kommen. Ich fühle mich ein wenig angeschlagen, aber als wäre das gröbste überstanden.
Freitag, 20. Mai 2016
Samstag, 14. Mai 2016
Befreien
Ich habe mich seit zwei Wochen auf dieses lange Wochenende gefreut und sollte jetzt eigentlich auf dem Weg nach Hause sein. Aber wenn man ein gutes Stück von Zuhause weg ist und ein paar körperliche Einschränkungen hat, dann ist es nicht nur eine einfache Planung. Ich bin noch nicht so weit, dass ich einfach ins Flugzeug oder in einen Zug kann. Ich versuche mich damit zu trösten, dass ich es bald aber kann. Bald kann ich alleine reisen und dann wird vieles einfacher. Ich werde Pfingsten also hier in der Klinik verbringen.
Naja. Ich bin jetzt seit einem Monat hier und in dieser kurzen Zeit ist schon viel passiert. Ich weiß, dass es ein ständiges auf und ab ist und ich momentan einfach ziemlich down bin. Die Tage sind schwierig und anstrengend, aber ich erledige jede Tag meine Arbeit. Jeden Tag muss ich schwierige Entscheidungen treffen. Ich setze mich mittlerweile den Gefühlen mehr aus, wodurch es anstrengender und härter wird. Alle Gefühle sind in meiner Welt unglaublich schwierig. Aber wenn ich mich meinen Gefühlen stelle, wird es einfacher mit der Zeit. Wir beschreiben es als Metapher. Ich stehe auf einem Surfbrett mitten in der Luft und habe keine Ahnung was passiert, wenn man mich runterschubst. Man kann mir sagen, dass unter mir ein Pool mit Wasser ist und ich sicher im Wasser lande. Aber um mich sicher zu fühlen, muss ich den Schritt selber wagen und mich ins Wasser stürzen. Das heißt, ich muss mich fallen lassen, auch wenn ich das Wasser nicht sehe. Ich fühle es erst, wenn ich ankomme. Ich denke, dass ich sterbe oder dass es gefährlich ist, aber es gibt nur einen Weg, um das herauszufinden. Ich muss mich befreien. Von der Krankheit, damit ich leben kann, damit ich Feste feiern kann, meine Träume verwirklichen kann. Und ich bin diejenige, die mich befreien kann. Es ist nur eine Schande, dass es mein halbes Leben gebraucht hat, das zu verstehen.
Naja. Ich bin jetzt seit einem Monat hier und in dieser kurzen Zeit ist schon viel passiert. Ich weiß, dass es ein ständiges auf und ab ist und ich momentan einfach ziemlich down bin. Die Tage sind schwierig und anstrengend, aber ich erledige jede Tag meine Arbeit. Jeden Tag muss ich schwierige Entscheidungen treffen. Ich setze mich mittlerweile den Gefühlen mehr aus, wodurch es anstrengender und härter wird. Alle Gefühle sind in meiner Welt unglaublich schwierig. Aber wenn ich mich meinen Gefühlen stelle, wird es einfacher mit der Zeit. Wir beschreiben es als Metapher. Ich stehe auf einem Surfbrett mitten in der Luft und habe keine Ahnung was passiert, wenn man mich runterschubst. Man kann mir sagen, dass unter mir ein Pool mit Wasser ist und ich sicher im Wasser lande. Aber um mich sicher zu fühlen, muss ich den Schritt selber wagen und mich ins Wasser stürzen. Das heißt, ich muss mich fallen lassen, auch wenn ich das Wasser nicht sehe. Ich fühle es erst, wenn ich ankomme. Ich denke, dass ich sterbe oder dass es gefährlich ist, aber es gibt nur einen Weg, um das herauszufinden. Ich muss mich befreien. Von der Krankheit, damit ich leben kann, damit ich Feste feiern kann, meine Träume verwirklichen kann. Und ich bin diejenige, die mich befreien kann. Es ist nur eine Schande, dass es mein halbes Leben gebraucht hat, das zu verstehen.
Mittwoch, 11. Mai 2016
Tick tack
Heute bin ich eine tickende Zeitbombe. Jedes Mal, wenn ich versuche, tiefer in mein Inneres zu gehen und Antworten zu suchen, stoße ich auf eine große, dicke Wand. Also stehe ich dort mit Tränen in den Augen und versuche, die Wand einzureißen. Wann bin ich endlich in der Lage, völlig loszulassen? Es ist schwierig. Jetzt gerade sitze ich hier und frage mich, ob es einen Boden in diesem Loch gibt, aber gleichzeitig weiß ich, dass ich tiefer graben muss. Es gibt nur eine Option, einen Weg.
Freitag, 6. Mai 2016
Wochenende
Ja, ich habe Wochenende. Schon seit gestern, denn der Feiertag zählt auch in der Klinik und den Brückentag gibt es hier auch. Ich muss sagen, dass es ein tolles Gefühl ist, wenn man die ganze Woche hart arbeitet und dann sein wohlverdientes Wochenende hat. Das Gewissen ist rein und man kann das Wochenende einfach genießen. Ich verbringe das Wochenende mit einer Freundin und freue mich schon drauf. Es ist schön warm, die Sonne scheint, und da fühlt man sich automatisch besser. An Pfingsten haben wir ein paar Tage frei und da werde ich dann nach Hause fahren. Ich freue mich schon drauf und die Vorfreude fühlt sich gut an. Ich kann guten Gewissens nach Hause fahren und habe das Gefühl, dass ich besser in meinem Körper angekommen bin, als ich das jemals war. Ich bin anwesender, wenn das Sinn ergibt, und spüre meine Gefühle besser. Ich kann nicht sagen, dass ich gesund bin, weil es gerade erst angefangen hat. Aber es ist schön, Gefühle spüren zu können. Man fühlt sich lebendiger.
Ich hoffe, ihr habt ein schönes Wochenende. Ich werde ein wenig Zeit mit meiner Freundin verbringen und die Sonne genießen. Vielleicht ein Eis essen, in der Sonne spazieren gehen und Serien schauen. Ich freu mich drauf.
Ich hoffe, ihr habt ein schönes Wochenende. Ich werde ein wenig Zeit mit meiner Freundin verbringen und die Sonne genießen. Vielleicht ein Eis essen, in der Sonne spazieren gehen und Serien schauen. Ich freu mich drauf.
Mittwoch, 4. Mai 2016
Update
Jetzt bin ich schon seit drei Wochen hier. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich meine Tage damit verbringe, alles zu geben um gesund zu werden. Meine Mutter hatte Recht. Ich hab es in mir. Ich hätte nie gedacht, dass es geht. Aber es geht. Ich kämpfe mit allem, was in mir steckt, und ein wenig darüber hinaus. Aber das ist es wert, denn ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich weiß, dass ich gesund sein werde. Es ist unglaublich schwierig und ich stehe jeden Tag vor großen Herausforderungen. Aber wie schon gesagt - das ist es wert. Jeden Abend gehe ich mit einem klaren Kopf ins Bett. Das ist gut. Ich glaube, das ist in den letzten drei Wochen öfters passiert als in den letzten drei Jahren. Ja, die Therapie ist sehr schwierig und Kräfte zehrend, aber es hilft. Das ist ziemlich unglaublich.
Donnerstag, 28. April 2016
Ich gehe vorwärts.
Es ist ziemlich beeindruckend, dass sich nach elf Jahren Hoffnungslosigkeit, Schmerz und Selbstzerstörung, einem Tanz zwischen Leben und Tod, sich die Dinge plötzlich drehen. Auf einmal ist da Hoffnung. Und Freude. Auch wenn jeder Tag ein Kampf ist und wir viele anstrengende Dinge machen, die mir alles abverlangen, ist es einfacher, wenn man Hoffnung hat. Wenn man weiß, dass man das da gerade tut, um gesund zu werden. Und ich kann voller Überzeugung sagen, dass ich gesund sein werde.
Wir sind hier viele Leute, denen gesagt wurden, dass es für sie keine Hoffnung mehr gibt und sie nicht therapierbar sind. Aber die Arbeit, die wir jeden Tag leisten, beweist das Gegenteil. Es passieren keine Wunder, aber wir bekommen die richtige Behandlung. Wir stehen immer auf, egal wie weh es tut. Wir lernen zu lernen, gerade zu stehen, die Emotionen auszuhalten und zu akzeptieren, ohne wegzulaufen. Wir müssen sie aushalten und lernen, dass sie nicht gefährlich sind. Wir müssen springen, auch wenn wir keine Ahnung haben, was uns da unten erwartet. Wir springen ins kalte Wasser und vertrauen, dass es sicher ist. Wir müssen erfahren, dass wir uns den Dingen aussetzen müssen und dass es möglich ist, die Dinge zu ertragen. Dass es ein Ende hat und es einen Ausweg gibt. Dass wir nicht abhauen müssen.
Ich bin guter Dinge, denn ich weiß, wie sich das gute Gefühl anfühlt und dass es vorwärts geht. Ich habe Hoffnung und glaube an mich. Ich bin mir mehr bewusst und fühle mich freier. Und all das hilft mir, jeden Morgen aufzustehen und dem Programm zu folgen. Denn ich sehe, dass es funktioniert. Anstrengend und Kräfte zehrend, ja, aber das ist es alle mal wert.
Danke für eure lieben Kommentare, ihr seid toll!
Wir sind hier viele Leute, denen gesagt wurden, dass es für sie keine Hoffnung mehr gibt und sie nicht therapierbar sind. Aber die Arbeit, die wir jeden Tag leisten, beweist das Gegenteil. Es passieren keine Wunder, aber wir bekommen die richtige Behandlung. Wir stehen immer auf, egal wie weh es tut. Wir lernen zu lernen, gerade zu stehen, die Emotionen auszuhalten und zu akzeptieren, ohne wegzulaufen. Wir müssen sie aushalten und lernen, dass sie nicht gefährlich sind. Wir müssen springen, auch wenn wir keine Ahnung haben, was uns da unten erwartet. Wir springen ins kalte Wasser und vertrauen, dass es sicher ist. Wir müssen erfahren, dass wir uns den Dingen aussetzen müssen und dass es möglich ist, die Dinge zu ertragen. Dass es ein Ende hat und es einen Ausweg gibt. Dass wir nicht abhauen müssen.
Ich bin guter Dinge, denn ich weiß, wie sich das gute Gefühl anfühlt und dass es vorwärts geht. Ich habe Hoffnung und glaube an mich. Ich bin mir mehr bewusst und fühle mich freier. Und all das hilft mir, jeden Morgen aufzustehen und dem Programm zu folgen. Denn ich sehe, dass es funktioniert. Anstrengend und Kräfte zehrend, ja, aber das ist es alle mal wert.
Danke für eure lieben Kommentare, ihr seid toll!
Dienstag, 26. April 2016
Umgangs-Wette-1
Ich hatte ja im letzten Post darüber geschrieben, dass ich mich mehr mit Dingen auseinandersetzen muss, mich den Dingen stellen muss, mit ihnen umgehen lernen muss etc. Und dass die das mit mir machen wollen und ich nicht weiß, worum es geht. Heute war es dann das erste Mal. Es war sehr aufregend. Ich hab mit ihnen gearbeitet. Es war eine große Herausforderung. Einfach da sitzen, fühlen, identifizieren, nicht weglaufen, zu wissen, dass mein Körper mich vor den Gefühlen beschützt. Ich war danach so erschöpft, aber ich habe es überlebt. Ich schaffe das.
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