Montag, 1. August 2016

Warum muss ich so leiden, obwohl ich nichts getan habe?

Es ist solch eine Herausforderung, wenn man in einem Körper gefangen ist, wo sich die Laune ständig ändert. In einem Moment bin ich total aufgedreht und glücklich, unterhalte mich mit Leuten und habe das Gefühl, alles im Griff zu haben. Und dann plötzlich treffe ich auf einen Trigger. Einen Trigger, wo ich nicht weiß, wo der herkommt oder was es genau ist. Dann werden Flashbacks ausgelöst, die so stark sind, dass es sich total real anfühlt. Ich verstehe dann nicht, dass sie nicht echt sind, sondern spüre nur die Schmerzen im ganzen Körper. Ich gehe dann in der Zeit zurück zu meinem Trauma und alles fühlt sich wieder wie damals an. Ich wünschte, ich könnte ein wenig genauer schildern, was ich erlebt habe, aber vielleicht mache ich das eines Tages. Jetzt noch nicht, weil es nicht sicher ist. Ich fühle mich noch nicht sicher genug. Wenn diese starken Gefühle jedenfalls aufkommen, dann ist es wie fallende Dominosteine, wo die Dinge schnell unaufhaltbar sind. Ich verliere dann meinen Verstand, um es ganz offen auszudrücken. Mein Kopf ist voller komischer Gedanken, komisch und beängstigend. Ich bin dann so verzweifelt und impulsiv. Ich werde vom Schmerz kontrolliert. Als wäre da ein Virus in mir drin, den ich irgendwie beseitigen muss. Ich suche verzweifelt nach einer Lösung und bin mir sicher, dass sich diese tief in meinem Magen befindet. Ich bin so verzweifelt, dass ich nicht logisch oder rational denken kann. Am Samstag bin ich in diesen Dingen wieder ertrunken. Und hab mich wieder stark selbstverletzt. Jetzt bin ich wieder alleine in dieser Hölle, die Ärzte verstehen es nicht. Sie können die Puzzleteile meiner Geschichte nicht zusammensetzen und sie verstehen nicht, warum ich so viele Schmerzmittel brauche. Die Schmerzen werden stärker und von mal zu mal chronischer. Nach über 70 Operationen und Behandlungen helfen keine einfachen Schmerztabletten mehr. Und jetzt liege ich hier hilflos und habe die schlimmsten Albträume. So starke Schmerzen, dass ich mich nicht anfassen kann, kaum atmen kann. Aber ich liege einfach nur hier. Denn ich bin nicht wichtig, sondern einfach nur jemand, der sich selbstverletzt. Vielleicht sollte man daran mal arbeiten. Aber ich habe Angst, auch nur irgendwas zu sagen, weil ich zu Ärzten kein großes Vertrauen habe, nach all dem, was ich shcon in Krankenhäusern erlebt habe. Und ich frage mich immer - was hab ich getan, dass ich so leiden muss?

Samstag, 30. Juli 2016

Ein Wellenritt voller Schmerzen

Ich habe ein paar traumatische Dinge in meinem Leben erlebt. Es ist nicht wichtig, was passiert ist, es ist nur wichtig, dass sie mich traumatisiert haben. Ich konnte mich nicht beschützen, aber um überleben zu können, musste ich mich danach beschützen. Das war für mich das Hungern. Durch das Hungern habe ich mich vor schmerzhaften Gefühlen und Bildern beschützt. In meinem Kopf war ich in Gefahr, auch wenn ich das eigentlich nicht war. Die Dinge, die ich getan habe um mich zu schützen, waren eine Gefahr in sich selbst. Dazu kommt, dass ich mit der Zeit das Gefühl hatte, mich mehr und mehr beschützen zu müssen.
Heute arbeite ich daran, dass ich die Mauern fallen lasse und den Schmerz spüre, vor dem ich mich immer beschützt habe. Denn das Leben, das ich mit den Mauern und dem Schutz gelebt habe, ist kein Leben, das ich leben möchte. Es ist wie ein Leben auf der Flucht, um überleben zu wollen. In die tiefen Wunden meiner Seele zu blicken ist schmerzhaft. Es gibt keinen einfachen Weg, sich dem ganzen zu stellen. Aber ich möchte lernen, auf den Wellen zu reiten, statt unterzugehen. Man muss das Surfen erst erlernen. Genau so ist es auch eine Übung, den Schmerz zu akzeptieren. Ich werde meinen Schmerz immer haben, warum also nicht lernen, auf ihm zu surfen. So habe ich auch den Raum für andere Dinge in meinem Leben.

Freitag, 29. Juli 2016

Ein Leben voller Schmerzen

Ähm, ja. Haha. Hmpf. Es ist immer schwierig, den Anfang zu finden. Schwierig, es in Worte zu fassen.
Die negative Stimme im Kopf findet immer irgendwas. "Gott du bist so dumm. Als ob jemand das überhaupt lesen möchte. Interessiert keinen. Hat doch eh keinen Sinn".

Ich bin diese Stimme so leid. Ich denke daran, was ich alles dadurch verpasst hab.

Ich habe ja jetzt den neuen Weg eingeschlagen und gehe die Dinge ein wenig anders an als früher. Also versuche ich auch, mich dieser Stimme zu stellen.
Es ist komisch. Ich dachte immer, dass alles totaaal gut sein wird, wenn ich gesund bin. Und dieser Gedanke hat mich wahrscheinlich jahrelang am leben gehalten.
Hier in der Therapie haben wir aber eine andere Perspektive. Wir arbeiten auf ein Leben hin, in dem wir den Schmerz und die schlechten Momente akzeptieren und dennoch Dinge tun, die das Leben lebenswert machen. Der Schmerz und die inneren Wunden werden nicht verschwinden. Und davor abzuhauen bringt auch nichts, das hab ich 12 Jahre lang versucht.
Was bedeutet, dass ich diese Gefühle und diesen Schmerz erkennen muss und akzeptieren muss.

Ich habe heute mit einem neuen Plan begonnen. Lange habe ich starke Medikamente bekommen, weil ich chronische Schmerzen von meiner Selbstverletzung habe. Ich will jetzt aber versuchen, ein paar weniger Tabletten zu schlucken. Das ist nicht ganz einfach, weil ich dann die Schmerzen intensiver spüre und die Schmerzen ein wunder Punkt für mich sind. Aber ich glaube nicht, dass ich weiterhin so viele starke Schmerzmittel nehmen kann. Deshalb muss ich ein wenig langsamer machen.
Wünscht mir Glück.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Wichtige Fragen

Diese Woche ist die schwierigste Woche überhaupt. Und genau dann beglückwünschen wir hier uns. Das Leben ist die Hölle und wenn wir den Schmerz akzeptieren und mit der Hölle umzugehen lernen, ist es gut.

Ich stelle mir am Tag viele wichtige Fragen. Am Tag gehen mir viele negative Gedanken durch den Kopf, aber auch positive Gedanken über Dinge, die ich tun will, aber mich nicht traue. Aber manche Gedanken möchten mich nur nach vorne bringen, also versuche ich Dinge zu tun, die genau das tun.
Ich übergebe mich und denke mir dann "Wenn ich so weitermache, gehe ich nie raus, ich bin zu schwach"
Ich denke viel an den Tod und das Sterben, aber ich schätze die kleinen Dinge und möchte meinem Leben die Chance geben, gut zu werden.
Ich denke daran, dass ich mich schmutzig fühle, wenn ich esse. Aber ich esse trotzdem, denn es ist wichtig, dass ich für die Therapie Energie habe.

Und dann stelle ich mir die Frage: bin ich bereit, die Gedanken Gedanken sein zu lassen und dennoch an meinem Ziel zu arbeiten und weiterzumachen?


Dienstag, 26. Juli 2016

Hölle

Der heutige Tag war die reinste Hölle. Wie ein Tornado der Hölle. Wisst ihr, was ich meine? Warst du schon mal so aufgebracht und voller Tränen, dass du stundenlang nicht aufhören konntest? Hattest du schon mal so große Angst, dass du umgekippt bist? Dreimal? Hattest du mal solche Bauchschmerzen, dass du das Gefühl hattest, jemand würde dich erstechen? Warst du schon mal so erschöpft, dass du nicht mal mehr gerade stehen konntest?
Sie sagen mir, dass man sich genau so fühlt, wenn man seine Arbeit erledigt hat. Dass man die Therapie gut durchgezogen hat. Ja, das weiß ich, aber das macht es nicht besser.

Es juckt

All die Emotionen wüten in mir drin, kreieren eine fürchterliche Angst, die sich durch den ganzen Körper zieht. Es fühl sich an wie Klauen, die in mir drin sind. Ich versuche die Klauen einfach Klausen sein zu lassen, die Emotionen auszuhalten. Aber es kommt alles auf einmal und ich habe das Gefühl zu ertrinken. Es fühl sich unmöglich an, unter Wasser zu atmen, dennoch tue ich genau das. Ich atme unter Wasser.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Die Therapie ist brutal

EXTREM BRUTAL! Mir fallen keine Worte ein, die die Therapie passend in Worte fassen könnten. Es ist so brutal, hier zu arbeiten, mich zu öffnen, mich den Gefühlen und dem Schmerz dabei auszusetzen. Wir arbeiten die ganze Zeit daran, mit den Gefühlen umzugehen. Lernen zu fühlen, was mit dem Körper dann passiert, denn wir kennen die Gefühle nciht so wirklich. Es ist extremst brutal. Aber es funktioniert. Und das motiviert mich, jeden Morgen aufzustehen und in den Kampf zu gehen. Ich weiß, dass es funktioniert und dass gute Dinge in mir sind. Ich weiß, dass ich mich manchmal stark fühle. Ich weiß, dass ich in schwierigen Situationen nur selten abhaue. Früher hätte ich das getan. Ich habe suizidale Gedanken, aber die schiebe ich beiseite, wenn ich zum Beispiel in die Stadt gehe, spazieren gehe oder mit jemanden spreche. Ich akzeptiere diese Gedanken, denn sie sind nur Gedanken. Gedanken und Gefühle sind nicht gefährlich. Nicht, solange man nicht dadurch handelt.