Hey,
ich werd nicht so viel schreiben, weil ich in den nächsten Tagen noch einen genaueren Post schreiben möchte.
Letzte Woche Mittwoch haben wir mit einem neuen Ernährungsplan begonnen und auch einen kleinen Vertrag aufgestellt. Bis jetzt konnte ich diesen erfüllen. Ich "darf" jeden Samstag bulimisch sein (aber nur samstags), damit ich nicht in die Anorexie verfalle oder mich selbstverletze. Bei mir ist die Bulimie am "harmlosesten", deshalb ist das fürs erste okay so. Samstag sah auch dementsprechend aus. Sonntag hatte ich wirklich zu kämpfen damit. Ich konnte nur ans Essen denken und ja, das ist irgendwann außer Kontrolle geraten. Und davor habe ich Angst - wenn ich es einen Tag zulasse, ist es schwierig, am nächsten Tag so zu tun als sei nichts gewesen. Danach hatte ich eine kleine Reaktion darauf - dass ich mich sellbstverletzen wollte. Ich habe dissoziiert und wurde in einen Raum gebracht, wo ich wütend, traurig und voller Angst zugleich war. Die Stimmen in meinem Kopf waren sehr laut und ich habe mich gehasst. Es folgten vier Attacken und danach konnte ich etwas schlafen, weil ich so erschöpft war. Ich habe geträumt, dass alle in der Klinik waren - Familie, Freunde, Patienten, Mitarbeiter - und alle um mich herum standen und mir hassvolle Sachen an den Kopf geworfen haben. Das tat so weh. Deshalb habe ich meine Krankheit gewählt "Ich bin bei dir, ich helfe dir".
Ich hatte am Freitag ein langes Gespräch mit meiner Mutter und meinem Mitarbeiter hier und dadurch kamen schon Gefühle auf. Dazu noch die Bulimie am Samstag. Es wurde alles zu viel. Wir haben darüber gesprochen, was passiert ist, als ich 11 war. Ein unschuldiges Mädchen, dem über die Feiertage Dinge zugestoßen sind, weil sie einen schreienden Mann beruhigen wollte. Ich habe mich zehn Jahre lang deswegen schuldig gefühlt, aber gestern habe ich dem Mann einen Brief geschrieben. 7 Seiten lang. Was er mir angetan hat, wer er ist und wer ich bin, welche Konsequenzen er bekommen hat und ich, was ich in den Jahren durchgemacht habe und wie ich über ihn denke. Zehn Jahre lang war er groß und stark, aber jetzt ist er klein und ich bin viel größer und stärker als er. Ich habe ihm gesagt, dass ich das Licht gewählt habe und nicht seine Dunkelheit. Mehr dazu später.
Eine neue Woche beginnt. Neue Möglichkeiten, neue Dinge, viele Kämpfe. Ich wünsche euch eine gute Woche!
Montag, 28. April 2014
Montag, 21. April 2014
Hold on - be strong
Die Feiertage sind schwierig, warum ist das so? Warum haben die, die eh schon zu kämpfen haben, es über die Feiertage noch schwieriger? Ich habe wirklich versucht, dass dieses Jahr ein schönes Ostern wird, mit Familie und Freunden, aber ich weiß auch, dass die Krankheit mich zurückhält. Ich sehe Freunde, die mit ihrer Familie feiern und eine schöne Zeit haben. Sie leben einfach. Die meiste Zeit stelle ich mich der Krankheit entgegen und versuche gesund zu sein, aber ich muss auch zugeben, dass es schwierig ist. Ich bin einfach müde. Und ich setze mich selbst unter Druck und entwickle Stress, wenn ich an das Essen denke. Ich versuche, an Ostern nicht so viel daran zu denken. Aber gestern konnte ich nicht aufhören, nachzudenken, und da merke ich schon, dass ich auf dem falschen Weg bin. Den muss ich verlassen, das weiß ich, aber es ist nicht so einfach. Ich versuche jeden Tag dagegen anzukämpfen. Ich weiß nicht genau, was los ist, ich kann es nicht in Worte fassen. Es ist schwierig, ich habe Angst. Ich will dieser Angst entfliehen, aber gebe ich wirklich so schnell auf? Muss ich den Rest meines Lebens damit verbringen? Ich bin so erschöpft, ich will das alles nicht mehr. Ich habe die Hälfte meines Lebens in Krankenhäusern verbracht und tue das noch immer. Ich bin gerade 21 geworden... es ist so schwierig. Ich weiß, dass ich die Vergangenheit hinter mir lassen muss, aber das geht nicht so einfach, wenn sie mich ständig einholt. Dienstag sind die Feiertage vorbei und dann geht es wieder in die Routine über. Ich kann mich auf meine Nahrungsaufnahme konzentrieren und weiter mit der Therapie machen. Das brauche ich. Ostern kann jetzt endlich mal vorbei sein... dabei habe ich Ostern mal geliebt. Was ist passiert?
Meine Freunde sagen, sie vermissen ihre extrovertierte, fröhliche Freundin, die ich mal war. Und ich möchte da einfach nur zurück. Keine Krankheit, nichts. Ich bin für so vieles dankbar, was ich hab - Freunde, Familie, meine Nichte... Ich habe alles und bekomme Hilfe, aber warum wähle ich immer den einfachsten und schlimmsten Weg? Dieser Weg macht mich nicht gesund.
Ich hoffe, dass ich heut Nacht gut schlafen kann. Und dann sind die Feiertage vorbei.
Meine Freunde sagen, sie vermissen ihre extrovertierte, fröhliche Freundin, die ich mal war. Und ich möchte da einfach nur zurück. Keine Krankheit, nichts. Ich bin für so vieles dankbar, was ich hab - Freunde, Familie, meine Nichte... Ich habe alles und bekomme Hilfe, aber warum wähle ich immer den einfachsten und schlimmsten Weg? Dieser Weg macht mich nicht gesund.
Ich hoffe, dass ich heut Nacht gut schlafen kann. Und dann sind die Feiertage vorbei.
Sonntag, 13. April 2014
Geburtstags-Post
Ach ja... und plötzlich bin ich 21. Als ich noch ein Kind war, war jeder über 20-jährige unglaublich erwachsen und alt für mich. Und das... bin ich jetzt auch. Mein erster Schultag... an den kann ich mich noch gut erinnern. Und jetzt bin ich erwachsen. Ähm...
Ich hatte ein turbulentes Leben, aber habe auch viel gutes erlebt. Ich möchte mich auf das gute konzentrieren und die Schmerzen hinter mir lassen. Nicht vergessen, sondern verarbeitet. Dass das Kapitel hinter mir liegt. Das ist schwer, weil ich nur dadurch die Person geworden bin, die ich heute bin. Viele Jahre habe ich mich so verloren gefühlt, so distanziert von mir selber. Ich war ziemlich jung, als alles begonnen hat, deshalb kann ich mich nur schwer an die Person erinnern, die ich mal war. An meine Persönlichkeit. Deshalb muss ich mich neu finden und eine neue Persönlichkeit kreieren. Und das ist auch unglaublich schön. Ich kann die Person werden, die ich werden möchte. Identität ist wichtig. Ich muss mich finden und neue Seiten an mir kennenlernen. Zum ersten Mal seit langem fühle ich mich präsent in meinem Körper und das ist die Realität. 2014.
Ich weiß nicht, was mich genau dazu gebracht hat, gesünder zu werden. Aber ich glaube, dass ich genug davon hatte, krank zu sein. Ich hatte hunger nach einem gesunden Leben. Und ich wusste, dass der Körper und die Psyche eingeschränkt waren. Zusätzlich bekam ich richtige Hilfe und dadurch war ich wieder motiviert zu kämpfen. Und dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Man fühlt sich unbesiegbar.
Ich bin jetzt erwachsen. Daran versuche ich mich immer zu erinnern. Erwachsen werden ist schwierig, weil die Gesellschaft und die Leute gewisse Erwartungen an einen haben. Und die muss ich versuchen zu erfüllen. Auch, wenn das die größte Herausforderung für mich ist, weil ich Weltmeister darin bin, ein kleines, unreifes Kind zu sein, das keine Verantwortung für das eigene Leben übernehmen kann. Jeden Tag gibt es kleinere und größere Herausforderungen und die sind alle gleich bedeutend. Auch die kleinen Herausforderungen beeinflussen unser Leben und deshalb muss ich auch dann die richtige Entscheidung treffen. Es ist kein Kampf, aber ich bekomme Hilfe und ich weiß, dass ich es schaffen kann. Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, ist unglaublich. Ich wünschte, ich hätte dieses Gefühl schon eher entdeckt. Aber wir müssen uns gegenseitig auch respektieren. Wir müssen die Herausforderungen anderer Menschen anerkennen, uns in sie hineinversetzen und versuchen, sie zu verstehen. Wir müssen respektiert werden - für unsere Stärken, aber auch für unsere Schwächen.
Ich sags noch einmal... ich bin erwachsen. Aber es war mir nicht immer möglich, den Mund aufzumachen. Ich bin auf so viel Widerstand gestoßen und habe viel durchgemacht. Das betrifft auch meine Familie. Ohne meine Familie, meine Freunde, sowie Ärzte und Therapeuten, wäre ich heute nicht mehr da. Ich bin besonders für meine Familie dankbar, vor allem meine Mutter. Sie hat mich NIE aufgegeben, egal, wie dunkel und hoffnungslos alles war. Auch, wenn Therapeuten gesagt haben, sie könnte mir nicht helfen, ich würde bald sterben, hat sie gekämpft und mich nicht aufgegeben. Manche sagen, es sei ein Wunder, dass ich noch am leben sei, nach allem, was ich meinem Körper angetan hab. Ich habe gehungert, sodass ich keine Kraft hatte, aufstehen zu können. Ich habe mich stark selbstverletzt und öfters so, dass ich davon hätte sterben können. Ich wollte nicht sterben. Ich wollte immer leben, aber der Schmerz in mir war so stark, dass ich ihn irgendwie rauslassen musste. Und dann habe ich dissoziiert. Starke Angstzustände, gepowert mit Rückblicken, Erinnerungen, lauten Stimmen und Bildern, die mein Körper nicht verarbeiten konnte. Er schaltet ab, kann damit nicht umgehen. Nicht ich renne weg, sondern mein Körper und mein Kopf. Ich laufe zu dem kleinen Mädchen, das misshandelt wurde. Sie war so verletzt, dass sie sich verzweifelt gegen ihren Körper gewendet hat und ihn verletzt hat. Der körperliche Schmerz war erträglicher als der mentale Schmerz.
Die Selbstverletzung geht schon seit einiger Zeit so... Ich kam in die geschlossene Klinik und das war eine der schlimmsten Erfahrungen für mich. Ich wurde fixiert, ans Bett gefesselt, ständig, über Monate hinweg. Und das hat mir nicht gut getan. Dadurch wurde ich nur noch kranker und habe mich mehr und mehr verloren. Das war vielleicht manchmal nötig, aber nicht immer. Ich habe mich wie ein Verbrecher, wie ein Mörder gefühlt. Ich war im Gefängnis und keiner hat mir zugehört. Ich war krank und kannte nichts besseres. Ich wollte reden, aber mir wurde nicht zugehört. Fixierungen waren immer die Lösung. Ich war wie ein Gegenstand.
Ich entschuldige mich bei meiner Mutter, die verzweifelte und hoffnungslose Telefonate von mir bekommen hat, weil ich sie angefleht habe, mich da rauszuholen. Was sollte eine verzweifelte Mutter da tun? Sie konnte nichts tun, weil ihr die Hände gebunden waren.
Es war die Hölle. Aber ich habe es überlebt.
Knapp zwei Monate später sitze ich hier und schreibe darüber und mir geht es besser. Wundervolle Leute haben mich an die Hand genommen und mir eine neue, gesunde Welt gezeigt. Ich wurde mit Respekt behandelt und mir wurde in jeder Situation geholfen. Ich wurde ernst genommen und das kannte ich so gar nicht. Zuerst war es schwierig, über meine inneren Kämpfe und Dämonen zu sprechen, aber schnell habe ich mich sicher gefühlt. Ich habe es weit geschafft, auch wenn noch einiges vor mir liegt. Ich konzentriere mich auf das Leben und auf ein Leben hinter den Wolken. Ich spreche über meine Gefühle und handle nicht destruktiv. Das will ich hinter mir lassen.
Ich lächle, lache, lebe ein bisschen. Ich spüre Freude. Auch, wenn es die Dämonen gar nicht freut, dass ich heute 21 werde... Ich werde mich feiern, mein Leben feiern. Heute bin ich ich und nicht die Krankheit. Ich bekomme mein Leben zurück.
Der Post war bisher ziemlich... ich weiß nicht, wie man es sagen soll? Es ist meine Wahrheit und mein Kampf aus dieser Krankheit. Und auch, wenn ich gewisse Dinge nicht im Detail beschreiben möchte, möchte ich dennoch ehrlich sein.
Heute feier ich das Leben. Die Kraft, die Liebe, Dankbarkeit und Hoffnung. Nicht nur für mich, aber auch für dich!
Ich hatte ein turbulentes Leben, aber habe auch viel gutes erlebt. Ich möchte mich auf das gute konzentrieren und die Schmerzen hinter mir lassen. Nicht vergessen, sondern verarbeitet. Dass das Kapitel hinter mir liegt. Das ist schwer, weil ich nur dadurch die Person geworden bin, die ich heute bin. Viele Jahre habe ich mich so verloren gefühlt, so distanziert von mir selber. Ich war ziemlich jung, als alles begonnen hat, deshalb kann ich mich nur schwer an die Person erinnern, die ich mal war. An meine Persönlichkeit. Deshalb muss ich mich neu finden und eine neue Persönlichkeit kreieren. Und das ist auch unglaublich schön. Ich kann die Person werden, die ich werden möchte. Identität ist wichtig. Ich muss mich finden und neue Seiten an mir kennenlernen. Zum ersten Mal seit langem fühle ich mich präsent in meinem Körper und das ist die Realität. 2014.
Ich weiß nicht, was mich genau dazu gebracht hat, gesünder zu werden. Aber ich glaube, dass ich genug davon hatte, krank zu sein. Ich hatte hunger nach einem gesunden Leben. Und ich wusste, dass der Körper und die Psyche eingeschränkt waren. Zusätzlich bekam ich richtige Hilfe und dadurch war ich wieder motiviert zu kämpfen. Und dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Man fühlt sich unbesiegbar.
Ich bin jetzt erwachsen. Daran versuche ich mich immer zu erinnern. Erwachsen werden ist schwierig, weil die Gesellschaft und die Leute gewisse Erwartungen an einen haben. Und die muss ich versuchen zu erfüllen. Auch, wenn das die größte Herausforderung für mich ist, weil ich Weltmeister darin bin, ein kleines, unreifes Kind zu sein, das keine Verantwortung für das eigene Leben übernehmen kann. Jeden Tag gibt es kleinere und größere Herausforderungen und die sind alle gleich bedeutend. Auch die kleinen Herausforderungen beeinflussen unser Leben und deshalb muss ich auch dann die richtige Entscheidung treffen. Es ist kein Kampf, aber ich bekomme Hilfe und ich weiß, dass ich es schaffen kann. Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, ist unglaublich. Ich wünschte, ich hätte dieses Gefühl schon eher entdeckt. Aber wir müssen uns gegenseitig auch respektieren. Wir müssen die Herausforderungen anderer Menschen anerkennen, uns in sie hineinversetzen und versuchen, sie zu verstehen. Wir müssen respektiert werden - für unsere Stärken, aber auch für unsere Schwächen.
Ich sags noch einmal... ich bin erwachsen. Aber es war mir nicht immer möglich, den Mund aufzumachen. Ich bin auf so viel Widerstand gestoßen und habe viel durchgemacht. Das betrifft auch meine Familie. Ohne meine Familie, meine Freunde, sowie Ärzte und Therapeuten, wäre ich heute nicht mehr da. Ich bin besonders für meine Familie dankbar, vor allem meine Mutter. Sie hat mich NIE aufgegeben, egal, wie dunkel und hoffnungslos alles war. Auch, wenn Therapeuten gesagt haben, sie könnte mir nicht helfen, ich würde bald sterben, hat sie gekämpft und mich nicht aufgegeben. Manche sagen, es sei ein Wunder, dass ich noch am leben sei, nach allem, was ich meinem Körper angetan hab. Ich habe gehungert, sodass ich keine Kraft hatte, aufstehen zu können. Ich habe mich stark selbstverletzt und öfters so, dass ich davon hätte sterben können. Ich wollte nicht sterben. Ich wollte immer leben, aber der Schmerz in mir war so stark, dass ich ihn irgendwie rauslassen musste. Und dann habe ich dissoziiert. Starke Angstzustände, gepowert mit Rückblicken, Erinnerungen, lauten Stimmen und Bildern, die mein Körper nicht verarbeiten konnte. Er schaltet ab, kann damit nicht umgehen. Nicht ich renne weg, sondern mein Körper und mein Kopf. Ich laufe zu dem kleinen Mädchen, das misshandelt wurde. Sie war so verletzt, dass sie sich verzweifelt gegen ihren Körper gewendet hat und ihn verletzt hat. Der körperliche Schmerz war erträglicher als der mentale Schmerz.
Die Selbstverletzung geht schon seit einiger Zeit so... Ich kam in die geschlossene Klinik und das war eine der schlimmsten Erfahrungen für mich. Ich wurde fixiert, ans Bett gefesselt, ständig, über Monate hinweg. Und das hat mir nicht gut getan. Dadurch wurde ich nur noch kranker und habe mich mehr und mehr verloren. Das war vielleicht manchmal nötig, aber nicht immer. Ich habe mich wie ein Verbrecher, wie ein Mörder gefühlt. Ich war im Gefängnis und keiner hat mir zugehört. Ich war krank und kannte nichts besseres. Ich wollte reden, aber mir wurde nicht zugehört. Fixierungen waren immer die Lösung. Ich war wie ein Gegenstand.
Ich entschuldige mich bei meiner Mutter, die verzweifelte und hoffnungslose Telefonate von mir bekommen hat, weil ich sie angefleht habe, mich da rauszuholen. Was sollte eine verzweifelte Mutter da tun? Sie konnte nichts tun, weil ihr die Hände gebunden waren.
Es war die Hölle. Aber ich habe es überlebt.
Knapp zwei Monate später sitze ich hier und schreibe darüber und mir geht es besser. Wundervolle Leute haben mich an die Hand genommen und mir eine neue, gesunde Welt gezeigt. Ich wurde mit Respekt behandelt und mir wurde in jeder Situation geholfen. Ich wurde ernst genommen und das kannte ich so gar nicht. Zuerst war es schwierig, über meine inneren Kämpfe und Dämonen zu sprechen, aber schnell habe ich mich sicher gefühlt. Ich habe es weit geschafft, auch wenn noch einiges vor mir liegt. Ich konzentriere mich auf das Leben und auf ein Leben hinter den Wolken. Ich spreche über meine Gefühle und handle nicht destruktiv. Das will ich hinter mir lassen.
Ich lächle, lache, lebe ein bisschen. Ich spüre Freude. Auch, wenn es die Dämonen gar nicht freut, dass ich heute 21 werde... Ich werde mich feiern, mein Leben feiern. Heute bin ich ich und nicht die Krankheit. Ich bekomme mein Leben zurück.
Der Post war bisher ziemlich... ich weiß nicht, wie man es sagen soll? Es ist meine Wahrheit und mein Kampf aus dieser Krankheit. Und auch, wenn ich gewisse Dinge nicht im Detail beschreiben möchte, möchte ich dennoch ehrlich sein.
Heute feier ich das Leben. Die Kraft, die Liebe, Dankbarkeit und Hoffnung. Nicht nur für mich, aber auch für dich!
Donnerstag, 10. April 2014
Ruhe in Frieden meine Hündin
Liebe Keili,
ich werde nie den Tag vergessen, an dem ich müde von der Schule nach Hause kam und du mir Schwanz wedelnd entgegengelaufen bist. Du warst so wundervoll und hast mein Leben bereichert. Du warst mein Spielgefährte, mein Freund und du hast immer zugehört, obwohl du nicht wusstest, was ich sage, und auch nicht antworten konntest. Du warst mein bester Freund. Wir sind zusammen auf eine Reise gegangen. Eine Reise, dein Leben. Du hast diese Reise geliebt.
Aber dann wurde ich krank und musste dich verlassen. Du hast mich besucht und ich kam auch immer wieder nach Hause. Die Wiedersehensfreude war immer groß!
11 1/2 Jahre hast du gelebt und mich begleitet. Am Ende warst du müde, erschöpft und krank. Deine Leiden wurden erlöst und du hast jetzt deinen Frieden. Es ist traurig, dich verloren zu haben, aber ich weiß, dass es dir jetzt besser geht. Ich werde dich vermissen.
Schlaf gut und gute Reise!
ich werde nie den Tag vergessen, an dem ich müde von der Schule nach Hause kam und du mir Schwanz wedelnd entgegengelaufen bist. Du warst so wundervoll und hast mein Leben bereichert. Du warst mein Spielgefährte, mein Freund und du hast immer zugehört, obwohl du nicht wusstest, was ich sage, und auch nicht antworten konntest. Du warst mein bester Freund. Wir sind zusammen auf eine Reise gegangen. Eine Reise, dein Leben. Du hast diese Reise geliebt.
Aber dann wurde ich krank und musste dich verlassen. Du hast mich besucht und ich kam auch immer wieder nach Hause. Die Wiedersehensfreude war immer groß!
11 1/2 Jahre hast du gelebt und mich begleitet. Am Ende warst du müde, erschöpft und krank. Deine Leiden wurden erlöst und du hast jetzt deinen Frieden. Es ist traurig, dich verloren zu haben, aber ich weiß, dass es dir jetzt besser geht. Ich werde dich vermissen.
Schlaf gut und gute Reise!
Dienstag, 8. April 2014
Ein paar Gedanken
Die Welt ist manchmal ein schrecklicher Ort, aber dennoch auch ein schöner Ort. Manchmal schaffe ich es, mich auf die guten Sachen zu konzentrieren. An anderen Tagen sind es jedoch die negativen Sachen, die mich und meine Gedanken kontrollieren. Es gibt schwierige Tage, aber ich habe dennoch das Gefühl, dass die Dinge vorwärts gehen. Auch, wenn es manchmal ein Schritt vor und zwei zurück ist, haben wir uns darauf festgelegt, dass ein Schritt vorwärts richtig ist. Ich muss die Entscheidungen treffen. Wenn die Situationen aufkommen, in denen ich sonst destruktiv handel, muss ich zu mir zurück kehren und über die Situation nachdenken. Ich habe viele Möglichkeiten. Ich muss entscheiden, dass ich inne halte, nachdenke, das Für und Wider abwäge und nicht auf die Krankheit höre. Das ist schwierig, weil die Gedanken so real sind. Ich höre so laute Stimmen, die mir Befehle erteilen. Wenn ich erschöpft bin, halluziniere ich. Ich sehe die Dinge, vor denen ich Angst habe. Das ist sehr gruselig und ich will der Realität dann entfliehen. Ich wache auf und fühle mich total angewidert und schwach. Ich höre, wie hässilch, fett und wertlos ich bin. Ich sehe die Fehler an mir, ich werde von Minute zu Minute hässlicher. So geht das weiter, bis irgendwann abend ist. Wenn ich den ganzen Tag das gehört habe, habe ich einen schwachen Moment - und schon gebe ich nach, falle in die kranke Welt und verliere mich komplett. Ich bin nicht da, habe Emotionen, Angst und einen ewigen Kampf in meinem Kopf. Ich schalte total ab, habe einen Anfall. Und wenn ich irgendwann wieder da bin, bin ich erschöpft.
Aber ich sehe, dass ich nur negativ schreibe. Ich muss mich konzentrieren! Meistens bin ich okay. Ich kann Dinge machen, die ich tun will. Die ICH tun will, nicht, die die Krankheit tun will. Ich habe so nette Leute in der Klinik O kennengelernt. Die Leute hier sind.. normaler und gesünder als in der anderen Klinik und deshalb ist es für mich auch einfacher, einen gesunden Fokus zu bewahren. Ich sehe, wie die Leute in der Lage sind, ein gesundes Leben zu führen. Ich sehe, wie die Menschen kämpfen. Es tut weh, sehen zu müssen, wie so viele Menschen zu kämpfen haben. Was für Geschichten sie erlebt haben. Die teilen wir alle. Wir sind alle Menschen und müssen uns gegenseitig helfen, um herausfinden zu können, wie wir das Leben leben wollen. Wir alle haben Stärken und Schwächen, aber es ist wichtig, worauf wir uns konzentrieren. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und dann kann auch unsere Psyche verbessert werden.
Ich versuche mich auf die Dinge zu können, die ich erreicht habe. Ich kann über meine Gefühle sprechen. Lerne für die Schule. Ich habe Kraft und kann gehen. Ich mache Dinge mit. Ich SINGE. Ich lächle und lache, habe sogar manchmal Muskelkater davon, weil es hier Leute gibt, die so lustige Geschichten erzählen. Wir haben viel Spaß.
Über meine Essstörung habe ich wenig geschrieben. Ich muss sagen, dass ich viel zu kämpfen habe. Aber in einer anderen Art als vorher. Ich esse ein paar Tage normal und dann hungere ich wieder für Tage/Wochen. Es ist unglaublich ermüdend und anstrengend. Mein Körper reagiert auf die unterschiedlichen Extreme und ich fühle mich körperlich schlecht, wenn ich was esse.
Aber ich weiß auch, dass ich das in den Griff kriegen muss, ansonsten werde ich zwangsernährt oder muss auf eine andere Station. Ich habe einen Plan aufgestellt - mit gesunden Lebensmitteln, die ich essen kann. Dadurch kann sich mein Magen langsam an die Lebensmittel gewöhnen. Das ist der richtige Weg.
Ich möchte eine gesunde Beziehung zum Essen haben, damit ich mit Freunden in Restaurants kann oder Freunde zum Essen einladen kann und das Essen genießen kann. Ich möchte Eis essen. Ich möchte essen, weil ich hunger habe, und nur aus diesem Grund. Ich möchte, dass mein Körper sich daran gewöhnt und dass ich auf meinen Körper vertrauen kann. Ich möchte meinen Körper gut behandeln. Keine Selbstverletzung, kein Hungern, kein exzessiver Sport. Ich möchte meinen Körper schonen und auf ihn hören.
Aber das ist schwierig, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Körper gegen mich arbeitet.
Ich habe das Gefühl, dass dieser Post ziemlich meckernd und wehleidig ist, aber manchmal muss man die Dinge einfach rauslassen und seine Gedanken ausformulieren.
Aber ich sehe, dass ich nur negativ schreibe. Ich muss mich konzentrieren! Meistens bin ich okay. Ich kann Dinge machen, die ich tun will. Die ICH tun will, nicht, die die Krankheit tun will. Ich habe so nette Leute in der Klinik O kennengelernt. Die Leute hier sind.. normaler und gesünder als in der anderen Klinik und deshalb ist es für mich auch einfacher, einen gesunden Fokus zu bewahren. Ich sehe, wie die Leute in der Lage sind, ein gesundes Leben zu führen. Ich sehe, wie die Menschen kämpfen. Es tut weh, sehen zu müssen, wie so viele Menschen zu kämpfen haben. Was für Geschichten sie erlebt haben. Die teilen wir alle. Wir sind alle Menschen und müssen uns gegenseitig helfen, um herausfinden zu können, wie wir das Leben leben wollen. Wir alle haben Stärken und Schwächen, aber es ist wichtig, worauf wir uns konzentrieren. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und dann kann auch unsere Psyche verbessert werden.
Ich versuche mich auf die Dinge zu können, die ich erreicht habe. Ich kann über meine Gefühle sprechen. Lerne für die Schule. Ich habe Kraft und kann gehen. Ich mache Dinge mit. Ich SINGE. Ich lächle und lache, habe sogar manchmal Muskelkater davon, weil es hier Leute gibt, die so lustige Geschichten erzählen. Wir haben viel Spaß.
Über meine Essstörung habe ich wenig geschrieben. Ich muss sagen, dass ich viel zu kämpfen habe. Aber in einer anderen Art als vorher. Ich esse ein paar Tage normal und dann hungere ich wieder für Tage/Wochen. Es ist unglaublich ermüdend und anstrengend. Mein Körper reagiert auf die unterschiedlichen Extreme und ich fühle mich körperlich schlecht, wenn ich was esse.
Aber ich weiß auch, dass ich das in den Griff kriegen muss, ansonsten werde ich zwangsernährt oder muss auf eine andere Station. Ich habe einen Plan aufgestellt - mit gesunden Lebensmitteln, die ich essen kann. Dadurch kann sich mein Magen langsam an die Lebensmittel gewöhnen. Das ist der richtige Weg.
Ich möchte eine gesunde Beziehung zum Essen haben, damit ich mit Freunden in Restaurants kann oder Freunde zum Essen einladen kann und das Essen genießen kann. Ich möchte Eis essen. Ich möchte essen, weil ich hunger habe, und nur aus diesem Grund. Ich möchte, dass mein Körper sich daran gewöhnt und dass ich auf meinen Körper vertrauen kann. Ich möchte meinen Körper gut behandeln. Keine Selbstverletzung, kein Hungern, kein exzessiver Sport. Ich möchte meinen Körper schonen und auf ihn hören.
Aber das ist schwierig, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Körper gegen mich arbeitet.
Ich habe das Gefühl, dass dieser Post ziemlich meckernd und wehleidig ist, aber manchmal muss man die Dinge einfach rauslassen und seine Gedanken ausformulieren.
Mittwoch, 2. April 2014
Mein Tag
Heute war ein wenig hart. Ich hab ein wenig mit meinem Körper zu kämpfen. Ich hab es leid, einen Körper zu haben, der nicht richtig funktioniert. Ich kann einiges machen, also sollte ich wirklich nicht meckern und mich beklagen. Aber ich bin 20 und es sollte nicht so sein, wie es ist. Jedenfalls nicht bei einem Körper mit Normalgewicht. Aber ich merke, dass mein Körper durch alles, was in den letzten Jahren passiert ist, sehr mitgenommen ist. Er ist müde und das muss ich akzeptieren.
Dann wiederum vergleiche ich mich mit anderen in meinem Alter. Sie trainieren und treiben Sport, gehen jeden Tag zur Schule und verbringen ihre Freizeit, wie sie das möchten. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und andere Entscheidungen treffen. Aber wie ich schon gesagt hab - ich kann nicht zulassen, dass die Vergangenheit die Zukunft ruiniert. Auch, wenn die Vergangenheit weiterhin wirksam ist, muss ich das beste draus machen.
Hier in der Klinik O machen wir viele Aktivitäten. Jeden Dienstag steht Bowling auf dem Programm. Jeden Mittwoch, also heute, irgendwas Kreatives. Ich glaube, von den kreativen Angeboten habe ich viel mitgenommen. Ich mag es sehr, mich kreativ auszudrücken. Wir beginnen, indem wir uns erst entspannen und auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Entspannungsmusik läuft, wir machen Atemübungen und Entspannungsübungen. Wenn wir kreativ werden, haben wir immer ein grobes Thema, nach dem wir uns richten sollen. Heute lautete das Thema "Was uns derzeit Sorge bereitet". Ich habe etwas gemalt. Ein großes Herz, in das ich alles geschrieben hab, was gut in meinem Leben ist. Ein paar Menschen, die mir die Hände reichen. Ein Pfad, der mit motivierenden Sprüchen gefüllt ist. Der Pfad geht einen Berg hoch und auf der Spitze des Berges ist eine Flagge und eine Trophäe. Dort werde ich ankommen. Auf dem Pfad sind einige Dornen, aber es führt nur ein Weg nach oben, den ich gehen muss.
Ich weiß, was ich zu tun habe. Es ist schwer, aber ich weiß, wo ich lang muss. Ich muss mich pushen und der Angst standhalten. Nicht auf die Stimmen hören und gute Entscheidungen treffen. Es hilft, wenn ich an die Konsequenzen denke, die folgen, wenn ich falsche Entscheidungen treffe. Es motiviert mich, die richtige Entscheidung zu treffen.
Dann wiederum vergleiche ich mich mit anderen in meinem Alter. Sie trainieren und treiben Sport, gehen jeden Tag zur Schule und verbringen ihre Freizeit, wie sie das möchten. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und andere Entscheidungen treffen. Aber wie ich schon gesagt hab - ich kann nicht zulassen, dass die Vergangenheit die Zukunft ruiniert. Auch, wenn die Vergangenheit weiterhin wirksam ist, muss ich das beste draus machen.
Hier in der Klinik O machen wir viele Aktivitäten. Jeden Dienstag steht Bowling auf dem Programm. Jeden Mittwoch, also heute, irgendwas Kreatives. Ich glaube, von den kreativen Angeboten habe ich viel mitgenommen. Ich mag es sehr, mich kreativ auszudrücken. Wir beginnen, indem wir uns erst entspannen und auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Entspannungsmusik läuft, wir machen Atemübungen und Entspannungsübungen. Wenn wir kreativ werden, haben wir immer ein grobes Thema, nach dem wir uns richten sollen. Heute lautete das Thema "Was uns derzeit Sorge bereitet". Ich habe etwas gemalt. Ein großes Herz, in das ich alles geschrieben hab, was gut in meinem Leben ist. Ein paar Menschen, die mir die Hände reichen. Ein Pfad, der mit motivierenden Sprüchen gefüllt ist. Der Pfad geht einen Berg hoch und auf der Spitze des Berges ist eine Flagge und eine Trophäe. Dort werde ich ankommen. Auf dem Pfad sind einige Dornen, aber es führt nur ein Weg nach oben, den ich gehen muss.
Ich weiß, was ich zu tun habe. Es ist schwer, aber ich weiß, wo ich lang muss. Ich muss mich pushen und der Angst standhalten. Nicht auf die Stimmen hören und gute Entscheidungen treffen. Es hilft, wenn ich an die Konsequenzen denke, die folgen, wenn ich falsche Entscheidungen treffe. Es motiviert mich, die richtige Entscheidung zu treffen.
Montag, 31. März 2014
Was ist Leben? Was ist Tod?
Hey,
ich schreibe zurzeit ziemlich selten. Ich weiß nicht wieso, aber ich hab einfach viel zu tun. Vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen arbeite ich an etwas. Hauptsächlich Schulsachen. Ich lese viel, lerne viel. Es ist gut, wieder etwas machen zu können und ich finde es spannend, mit meinen Ärzten die Themen zu diskutieren. Sie kennen sich damit aus, sie können mir gut helfen und mir beim Lernen helfen. Ich weiß aber auch, dass ich sehr perfektionistisch bin und immer denke, dass ich es noch besser kann. Aber ich versuche auf die Leute um mich herum zu hören, die sagen, dass ich es gut mache. Was kann ich schon erwarten? Vor ein paar Wochen lag ich passiv im Bett, war fixiert und hatte nur einen Gedanken. Ich bin jetzt an einem anderen Punkt, aber trotzdem ist jeder Tag ein Kampf. Ich kämpfe gegen die alten Erinnerungen, gegen die Stimmen und Bilder in meinem Kopf. Ich versuche, diese Gedanken auszusprechen, damit sie nicht mehr so gruselig und gefährlich sind. Aber dennoch sind sie sehr stark. Jeden Tag gibt es viel, was einem begegnet. Viele Situationen, denen man sich aussetzen muss und ich fühle mich ein wenig hoffnungslos und verloren. Warum kann ich nicht einfach gesund sein? Es ist nicht fair, ich will einfach nur meinen Frieden. Den bekomme ich manchmal, aber dann falle ich wieder und habe schlechte Tage, bevor ich wieder aufstehen kann. Aber ich muss auch sagen, dass ich gute Hilfe hier bekomme. Ich fühle mich sicher in der Klinik O. An schlechten Tagen ist es schwierig, an den Frieden zu denken, deshalb muss ich mit der Hilfe, die ich bekomme, kämpften. Sie sind immer für mich da, ich bin nie alleine. Manche mögen denken, dass es schwierig ist, nie allein zu sein und keine Privatsphäre zu haben, aber ich bin das so gewöhnt und für mich ist es schwierig, allein zu sein. Manchmal wünsche ich mir, dass ich eine starke und selbständige Person bin, die ihre eigenen Entscheidungen treffen kann, die mir auch nicht schade. 20 Jahre und ich bin so abhängig. Meine Freunde reisen um die Welt, sind glücklich, studieren. Und ich hänge in meiner kranken Welt fest. An solche Sachen denke ich oft und dann eskalieren meine Gedanken und ich werde entmutigt und hoffnungslos. Es ist ziemlich einfach, destruktiv zu denken und sich da reinzusteigern. Es ist unfair, dass es jemand so schlecht haben muss und so kämpfen muss. Aber ich habe auch meine Momente. Ich habe auch Momente, in denen ich 100% da bin und es mir gut geht. Z.B. wenn ich Gitarre spiele und dabei singe. Oder wenn ich liebe Nachrichten von Freunden oder Familie bekomme. Oder wenn andere Leute mich wertschätzen. Oder wenn ich gute Gespräche habe. Oder wenn ich Aufgaben gut erledige. Das sind auch Dinge, die ich in meinem Leben habe, und das tut so gut. Ich versuche an all das Positive zu denken, mit dem ich meine Zukunft gestalten kann. Ich kann bestimmen, was ich möchte und was nicht. Ich kann die Person werden, die ich werden will. Ich kann das Leben bekommen, das ich möchte. Aber dann muss ich auch weiter in die richtige Richtung gehen, nicht zurück kehren und keinen anderen Weg einschlagen. Nicht auf die Stimmen hören. Nicht die Entmutigung Überhand gewinnen lassen. Es gibt andere Dinge, die wichtig sind. Und auf die freue ich mich. Es gibt so viele Dinge, mit denen man die Leere im Herzen füllen kann. Man muss das Licht finden, um die Dunkelheit zu erleuchten. Sommer, Freunde, meine Nichte, Kinder, Musik, Lieder, Schule, gute Worte, Schmetterlinge, gute Gespräche, Menschen, schöne Neuigkeiten. Wir haben immer die Wahl. Wählen wir Licht oder Dunkelheit? Ich kann entscheiden, dass ich meine Vergangenheit ruhen lasse und nicht zulasse, dass sie mein Leben bestimmt. Ich kann nach vorne gehen, zum Licht, und die Dunkelheit hinter mir lassen. Ich muss das Kind in mir ruhen lassen. Ich muss den Schmerz gehen lassen, der mein Leben kontrolliert hat. Ich habe große Angst und würde eher sterben, als alleine mit meinem Scherz und meinen Wunden zu sein. Wenn ich weitermachen möchte, muss ich für ein gutes Leben kämpfen. Ich muss die Schmerzen spüren. Davor habe ich große Angst und ich habe das Gefühl, dass ich direkt in die Hölle laufe. Aber der Unterschied ist, dass ich nicht nur die Schmerzen in mir drin spüre, sondern sie auch rauslasse. Viel Wut, viele Tränen. Wenn ich diese Momente durchlebe, werde ich distanziert und verschwinde vor der Realität.
Aber ich habe auch gute Momente. Ja, sogar gute Tage. Ich habe die Kontrolle, ich bin der Boss. Und wenn ich versage und nicht die richtigen Entscheidungen treffen kann, bekomme ich gute Hilfe.
Ich versuche mir zu sagen, dass ich das überleben werde. Ich möchte das Mädchen sein, das die Krankheit besiegt hat und sie gehen lassen konnte. Das Mädchen, das das Licht gefunden hat und in ihm gelebt hat. Das Mädchen, das sich auf die Sonne konzentriert hat. Das Mädchen, das so hart gekämpft hat und ihre Ziele erreicht hat, sodass es eine Ärztin werden kann und anderen Menschen helfen kann. Eines Tages werde ich gesund sein und einen Mann heiraten, mit dem ich Kinder haben werde. Ich werde die Liebe einer Mutter spüren und die Liebe, die ich von meiner Mutter bekommen habe, verstehen. Viele Jahre später werde ich mit meinen Enkeln auf dem Schoß sitzen und über mein Leben sprechen.
Das könnte mein Leben sein. Aber nur dann, wenn ich mich dafür entscheide und dafür kämpfe.
Ich habe schon viele Jahre im Krankenhaus verbracht und habe viele Menschen kennengelernt. Ich habe Menschen verloren, weil sie den Kampf gegen schwere Krankheiten verloren haben. Ich habe Freunde am Grab besucht. Ich habe erlebt, wie ein Mann von Tag zu Tag das Licht in den Augen verloren hat und die Welt verlassen hat, noch bevor er starb. Das sind Sachen, die unfair sind und schmerzen. Wir haben das Geschenk des Lebens erhalten und viele können das auch leben, aber das Schicksal nimmt es manchen. In solchen Situationen gibt es nichts, was das gerechtfertigt. Ich habe auch schon oft daran gedacht und mich mit dem Gedanken vertraut gemacht. Aber hier bin ich - 20 Jahre alt und habe mehr erlebt als manch 60jähriger. Ich werde die Zeit nie vergessen, in der ich beschlossen habe, mir das Leben zu nehmen. Eine große Traurigkeit war in mir und ich hatte das Gefühl, keine andere Wahl zu haben. Ich hatte das Gefühl, es verdient zu haben zu sterben. Ich habe viel geweint. Ich wusste, dass die Leiden bald zuende sein würden. Aber ich hatte auch ein wenig Angst vor dem Tod und meine Familie zurückzulassen. Das Gefühl, wenn das Leben einen langsam verlässt. Ein Engel hat mich gerettet und mir eine zweite Chance gegeben. Ich habe überlebt und beschlossen zu kämpfen. Ich wollte zurück ins Leben. Aber das war schwierig und ich bin oft gefallen. Und in solchen Momenten ist es wundervoll, wenn man Menschen hat, die einem Hoffnung geben und den Weg ein wenig erhellen, wo alles so dunkel und böse ist. Ich habe gelernt, dass egal wie weit man auf dem falschen Weg schons ein mag, man kann immer umdrehen und die richtige Richtung einschlagen. Das Leben gibt einen nicht auf, bevor man nicht selbst aufgegeben hat. Aber leider gibt es auch Fälle, wo Leute kämpfen und kämpfen, große Träume haben, und der Körper sich trotzdem gegen einen stellt. Wunderschöne Menschen werden zu hellen Sternen am Horizont.
Ich glaube an den Himmel. Viele Seelen fliegen oder wandern in den Himmel und warten dort auf uns. Aber sie haben einen Wunsch - dass wir unser Leben leben, wenn wir noch die Möglichkeit dazu haben. Wir müssen uns Menschen gegenseitig helfen, damit wir leben können. Wir alle verdienen ein gutes Leben.
Irgendwann möchte ich sagen können, dass ich mein Leben gelebt habe. Ich möchte meine Dinge erreichen, ich möchte dankbar sein und Dinge erleben. Ich möchte mit meinen Lieben leben und ihnen ermöglichen, mit mir leben zu können. Nicht, mich im Krankenhaus besuchen zu müssten.
Ich habe noch nicht die Antworten auf alle meine Fragen und weiß auch noch nicht, wie ich ein gutes Leben bekommen kann. Ich weiß aber, was mein Herz möchte.
ich schreibe zurzeit ziemlich selten. Ich weiß nicht wieso, aber ich hab einfach viel zu tun. Vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen arbeite ich an etwas. Hauptsächlich Schulsachen. Ich lese viel, lerne viel. Es ist gut, wieder etwas machen zu können und ich finde es spannend, mit meinen Ärzten die Themen zu diskutieren. Sie kennen sich damit aus, sie können mir gut helfen und mir beim Lernen helfen. Ich weiß aber auch, dass ich sehr perfektionistisch bin und immer denke, dass ich es noch besser kann. Aber ich versuche auf die Leute um mich herum zu hören, die sagen, dass ich es gut mache. Was kann ich schon erwarten? Vor ein paar Wochen lag ich passiv im Bett, war fixiert und hatte nur einen Gedanken. Ich bin jetzt an einem anderen Punkt, aber trotzdem ist jeder Tag ein Kampf. Ich kämpfe gegen die alten Erinnerungen, gegen die Stimmen und Bilder in meinem Kopf. Ich versuche, diese Gedanken auszusprechen, damit sie nicht mehr so gruselig und gefährlich sind. Aber dennoch sind sie sehr stark. Jeden Tag gibt es viel, was einem begegnet. Viele Situationen, denen man sich aussetzen muss und ich fühle mich ein wenig hoffnungslos und verloren. Warum kann ich nicht einfach gesund sein? Es ist nicht fair, ich will einfach nur meinen Frieden. Den bekomme ich manchmal, aber dann falle ich wieder und habe schlechte Tage, bevor ich wieder aufstehen kann. Aber ich muss auch sagen, dass ich gute Hilfe hier bekomme. Ich fühle mich sicher in der Klinik O. An schlechten Tagen ist es schwierig, an den Frieden zu denken, deshalb muss ich mit der Hilfe, die ich bekomme, kämpften. Sie sind immer für mich da, ich bin nie alleine. Manche mögen denken, dass es schwierig ist, nie allein zu sein und keine Privatsphäre zu haben, aber ich bin das so gewöhnt und für mich ist es schwierig, allein zu sein. Manchmal wünsche ich mir, dass ich eine starke und selbständige Person bin, die ihre eigenen Entscheidungen treffen kann, die mir auch nicht schade. 20 Jahre und ich bin so abhängig. Meine Freunde reisen um die Welt, sind glücklich, studieren. Und ich hänge in meiner kranken Welt fest. An solche Sachen denke ich oft und dann eskalieren meine Gedanken und ich werde entmutigt und hoffnungslos. Es ist ziemlich einfach, destruktiv zu denken und sich da reinzusteigern. Es ist unfair, dass es jemand so schlecht haben muss und so kämpfen muss. Aber ich habe auch meine Momente. Ich habe auch Momente, in denen ich 100% da bin und es mir gut geht. Z.B. wenn ich Gitarre spiele und dabei singe. Oder wenn ich liebe Nachrichten von Freunden oder Familie bekomme. Oder wenn andere Leute mich wertschätzen. Oder wenn ich gute Gespräche habe. Oder wenn ich Aufgaben gut erledige. Das sind auch Dinge, die ich in meinem Leben habe, und das tut so gut. Ich versuche an all das Positive zu denken, mit dem ich meine Zukunft gestalten kann. Ich kann bestimmen, was ich möchte und was nicht. Ich kann die Person werden, die ich werden will. Ich kann das Leben bekommen, das ich möchte. Aber dann muss ich auch weiter in die richtige Richtung gehen, nicht zurück kehren und keinen anderen Weg einschlagen. Nicht auf die Stimmen hören. Nicht die Entmutigung Überhand gewinnen lassen. Es gibt andere Dinge, die wichtig sind. Und auf die freue ich mich. Es gibt so viele Dinge, mit denen man die Leere im Herzen füllen kann. Man muss das Licht finden, um die Dunkelheit zu erleuchten. Sommer, Freunde, meine Nichte, Kinder, Musik, Lieder, Schule, gute Worte, Schmetterlinge, gute Gespräche, Menschen, schöne Neuigkeiten. Wir haben immer die Wahl. Wählen wir Licht oder Dunkelheit? Ich kann entscheiden, dass ich meine Vergangenheit ruhen lasse und nicht zulasse, dass sie mein Leben bestimmt. Ich kann nach vorne gehen, zum Licht, und die Dunkelheit hinter mir lassen. Ich muss das Kind in mir ruhen lassen. Ich muss den Schmerz gehen lassen, der mein Leben kontrolliert hat. Ich habe große Angst und würde eher sterben, als alleine mit meinem Scherz und meinen Wunden zu sein. Wenn ich weitermachen möchte, muss ich für ein gutes Leben kämpfen. Ich muss die Schmerzen spüren. Davor habe ich große Angst und ich habe das Gefühl, dass ich direkt in die Hölle laufe. Aber der Unterschied ist, dass ich nicht nur die Schmerzen in mir drin spüre, sondern sie auch rauslasse. Viel Wut, viele Tränen. Wenn ich diese Momente durchlebe, werde ich distanziert und verschwinde vor der Realität.
Aber ich habe auch gute Momente. Ja, sogar gute Tage. Ich habe die Kontrolle, ich bin der Boss. Und wenn ich versage und nicht die richtigen Entscheidungen treffen kann, bekomme ich gute Hilfe.
Ich versuche mir zu sagen, dass ich das überleben werde. Ich möchte das Mädchen sein, das die Krankheit besiegt hat und sie gehen lassen konnte. Das Mädchen, das das Licht gefunden hat und in ihm gelebt hat. Das Mädchen, das sich auf die Sonne konzentriert hat. Das Mädchen, das so hart gekämpft hat und ihre Ziele erreicht hat, sodass es eine Ärztin werden kann und anderen Menschen helfen kann. Eines Tages werde ich gesund sein und einen Mann heiraten, mit dem ich Kinder haben werde. Ich werde die Liebe einer Mutter spüren und die Liebe, die ich von meiner Mutter bekommen habe, verstehen. Viele Jahre später werde ich mit meinen Enkeln auf dem Schoß sitzen und über mein Leben sprechen.
Das könnte mein Leben sein. Aber nur dann, wenn ich mich dafür entscheide und dafür kämpfe.
Ich habe schon viele Jahre im Krankenhaus verbracht und habe viele Menschen kennengelernt. Ich habe Menschen verloren, weil sie den Kampf gegen schwere Krankheiten verloren haben. Ich habe Freunde am Grab besucht. Ich habe erlebt, wie ein Mann von Tag zu Tag das Licht in den Augen verloren hat und die Welt verlassen hat, noch bevor er starb. Das sind Sachen, die unfair sind und schmerzen. Wir haben das Geschenk des Lebens erhalten und viele können das auch leben, aber das Schicksal nimmt es manchen. In solchen Situationen gibt es nichts, was das gerechtfertigt. Ich habe auch schon oft daran gedacht und mich mit dem Gedanken vertraut gemacht. Aber hier bin ich - 20 Jahre alt und habe mehr erlebt als manch 60jähriger. Ich werde die Zeit nie vergessen, in der ich beschlossen habe, mir das Leben zu nehmen. Eine große Traurigkeit war in mir und ich hatte das Gefühl, keine andere Wahl zu haben. Ich hatte das Gefühl, es verdient zu haben zu sterben. Ich habe viel geweint. Ich wusste, dass die Leiden bald zuende sein würden. Aber ich hatte auch ein wenig Angst vor dem Tod und meine Familie zurückzulassen. Das Gefühl, wenn das Leben einen langsam verlässt. Ein Engel hat mich gerettet und mir eine zweite Chance gegeben. Ich habe überlebt und beschlossen zu kämpfen. Ich wollte zurück ins Leben. Aber das war schwierig und ich bin oft gefallen. Und in solchen Momenten ist es wundervoll, wenn man Menschen hat, die einem Hoffnung geben und den Weg ein wenig erhellen, wo alles so dunkel und böse ist. Ich habe gelernt, dass egal wie weit man auf dem falschen Weg schons ein mag, man kann immer umdrehen und die richtige Richtung einschlagen. Das Leben gibt einen nicht auf, bevor man nicht selbst aufgegeben hat. Aber leider gibt es auch Fälle, wo Leute kämpfen und kämpfen, große Träume haben, und der Körper sich trotzdem gegen einen stellt. Wunderschöne Menschen werden zu hellen Sternen am Horizont.
Ich glaube an den Himmel. Viele Seelen fliegen oder wandern in den Himmel und warten dort auf uns. Aber sie haben einen Wunsch - dass wir unser Leben leben, wenn wir noch die Möglichkeit dazu haben. Wir müssen uns Menschen gegenseitig helfen, damit wir leben können. Wir alle verdienen ein gutes Leben.
Irgendwann möchte ich sagen können, dass ich mein Leben gelebt habe. Ich möchte meine Dinge erreichen, ich möchte dankbar sein und Dinge erleben. Ich möchte mit meinen Lieben leben und ihnen ermöglichen, mit mir leben zu können. Nicht, mich im Krankenhaus besuchen zu müssten.
Ich habe noch nicht die Antworten auf alle meine Fragen und weiß auch noch nicht, wie ich ein gutes Leben bekommen kann. Ich weiß aber, was mein Herz möchte.
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